#senfdazu6

Eintracht Braunschweig – FC St. Pauli 0-0

Die kürzeste Auswärtsfahrt der Saison. Nehmen wir doch gerne mit. Selbst, dass in unserer Reisegruppe ein Neuling und einer, der auswärts noch nie gepunktet hat, mitfahren, entmutigt mich nicht. Unsere Jungs sind auswärts diese Saison einfach zu stark um pessimistisch in den Bus zu steigen.

Beim Bäcker vor der Abfahrt treffe ich dann noch drei Kumpels die sich offensichtlich die gesamte Nacht lang schwer einen geballert haben und auf dem Weg ins Bett sind. Freundlich und unauffällig machten Sie mich quer über die Straße auf sich aufmerksam („Öy, Du Quarktasche!“). Waren ganz gut drauf. Von unserem Treffen wissen Sie zwar bestimmt nichts mehr, aber ich hab mich trotzdem gefreut.

Mit Kaffee, Bier und Stullen bewaffnet geht’s dann pünktlich los.

In Braunschweig angekommen kurz ein paar bekannte Gesichter begrüßt, von denen man gar nicht wusste, dass sie auch dabei sind und dann ab ins Stadion, Banner angebracht und tatsächlich das alkoholfreie Bier getrunken. Das Zeug runter zu kriegen war auf jeden Fall die Herausforderung des Tages.

Ich freue mich auswärts immer über den maximalen Support in der Kurve. Auch wenn es letzte Saison in Braunschweig noch lauter war (war für uns ja ein „alles-oder-nix-spiel“), ich bekomme jedes mal am Anfang eine Gänsehaut.

Zum Spiel: Es wird wohl niemand darüber diskutieren wollen, dass wir in der 1. Halbzeit klar die bessere Mannschaft sind. Von den beiden Dingern von Sobota und Ratsche geht an einem normalen Tag einer rein. Mit einer Führung können wir uns in der 2. Halbzeit auf unsere (trotz Ausfällen) wunderbar laufende Defensive verlassen und Braunschweig auskontern. Sollte nicht sein. In meinen Augen sind wir aber nicht nur in der 1. Halbzeit die klar bessere Mannschaft. Ein Ballbesitz von 63% (auswärts!) spricht Bände. Besonders in der ersten Hälfte lief der Ball unfassbar gut. Die Truppe von Torsten Lieberknecht war im Vergleich zu den letzten Spielen nicht so richtig da. Ich hatte das Gefühl, dass in der letzten Woche zu viel darüber gesprochen wurde, dass die Braunschweiger die Mannschaft der Stunde sind. Die dachten wohl ein bisschen, dass es dann von selbst läuft. Deswegen hat Ewald den Braunschweigern in Interviews unter der Woche ganz gewieft nach alter Schule die Favoritenrolle aufgezwungen. Das am Ende Himmelmann den Punkt festhält ist auch gut so. Schon oft genug haben wir solch bittere Dinger kassiert. Puh, das Herz setzte trotzdem kurz aus. Nun denn. Am Montag wäre ein 0-0 gerecht gewesen, gestern ein 2-0. So ist es dann doch irgendwie ok.

Insgesamt ein gutes Spiel von uns. Defensiv sind wir erstaunlich stabil nach dieser wirklich wackligen letzten Saison und trotz der Ausfälle. Vorne ist und bleibt die Baustelle diese Saison. Daran änderten gestern (leider) auch die Wechsel von Verhoek, Picault und Choi nichts. Trotzdem ist das alles jammern auf hohem Niveau.

Die Rückfahrt verlief dann ereignislos. Noch einen schnellen Absacker im Jolly und dann ging es ab nach Hause. Meine Aussage, dass wir momentan 6 Spiele in 3 Tagen haben, war der Hinweis dafür, dass es auch Zeit wurde. Das ist zwar nicht ganz richtig, aber Mittwoch kommt schon Heidenheim und Samstag geht die Reise weiter nach Ostwestfalen. Wenn die Jungs weiterhin so spielen, dann bin ich sehr entspannt und frohen Mutes. Forza!

Nice Guys Sankt Pauli// flippa

#uspnotwelcome: Liebe Teile der Braunschweiger Fans, das Niveau dieser Kreativität ist kaum noch zu unterschreiten. Dass ihr das besser könnt, habt ihr mit der Choreo vorm Anpfiff gezeigt. Schön wiederum, dass auch die Eintracht auf das BILD-Logo verzichtet hat.

Ebenfalls an den Tasten:

SouthEndScum: Sankt Pauli is for real. Come get some!
Übersteiger-Blog: 7.Spieltag (A) – Eintracht Braunschweig inkl. #BILDnotwelcome
KleinerTod: Positiv: die Null steht beim #FCSP in Braunschweig. Negativ: viele Refugees stehen vor dem Nichts.
Grenzenlos Sankt Pauli: Weniger ist manchmal besser

Tellerrand:

btsvblog: Nachspiel: Heimspiel gegen den FC St. Pauli