Archiv für Februar 2016

#senfdazu15

Die Lümmel von der letzten Bank

MSV Duisburg – FC St. Pauli 0:2

Auswärts. Beim Tabellenletzten. Konnte ja nur gutgehen (siehe #drumherum4). Der Wecker um 5 Uhr morgens wird dementsprechend mit einem Lächeln quittiert und pfeifend werden die Schnitten geschmiert. Klamotten hatte ich mir am Vorabend schon rausgelegt, Banner schon eingepackt und die Nice Guys-Telefonkette lief auch schon erfolgreich durch. So langsam wurde mir mulmig. Das lief alles zu glatt. Nicht überpünktlich, aber doch rechtzeitig aus der Tür in Richtung Millerntor. Auf Höhe des Shebeens dann die letzten Mohikaner des Samstagabends beim Biertrinken entdeckt. Da! Oh mann… Das Bier ist noch im Kühlschrank! Panischer Blick auf die Uhr. Schaffe ich das noch zurück? Wenn ich sprinte bestimmt.

10 Minuten später treffe ich schwitzend und außer Atem am Bus 1 ein. Hole mir direkt den ersten Spott der restlichen Nice Guys ab und die Aussage, dass wir leider nur Platz in der letzten Reihe gefunden haben. Dafür würden aber immerhin alle 5 zusammen da hinpassen… Wollt ihr mich verarschen!? Das ist doch der Hammer!! Mein ungewollter melancholischer Seufzer ist der Hinweis; ich fühle mich 15 Jahre alt und fahre auf Klassenreise. Nur, dass wir diesmal öffentlich Bier trinken und rauchen dürfen. Hachja, Duisburg! Ich bin bereit.

Der Hinweg gestaltete sich wie immer herrlich kurzweilig. Rückwege sind da eher das Problem. Irgendwann dämmert einem da nämlich häufig, dass es bereits Sonntagabend ist und morgen ein Job auf einen wartet. Bei einem EM-Legenden-Quartett und Bier war der erste Wettstreit auf der Rückbank entfacht. Einen mittelmäßigen 3. Platz konnte ich dank Hoeneß, Platini und Bierhoff erarbeiten. Und schon waren wir in Duisburg.

Vor dem Stadion wurde man in der Sonne stehend von Schildkröten beobachtet, die aber insgesamt (außer einem lächerlichen Vorfall mit einem „FCK CPS“-Pulli) einen recht entspannten Eindruck machten. Auf dem Weg ins Stadion zeigten sich an den Wänden noch Graffitis, die scheinbar vom letzten Heimspiel der Duisburger Drittligasaison zeugten: Zu lesen war ein freundlicher Hinweis an die „Kieler Fo***“, dass hier heute nichts zu holen sei. Aha. Duisburg. Gleiche Scheiße wie fast überall, nur blau-weiss angemalt. Im Stadion gab es dann leider mal wieder kein Bier, aber gut; schließlich sind wir hier zur Unterstützung der Mannschaft und nicht zum Saufen. Jedoch wäre die Musik in Form des „Zebratwist“ und der furchtbaren Neufassung von Blitzkrieg Bop („Hey Ho, MSV“) mit einem Bier vielleicht etwas erträglicher gewesen. So tat es nur weh. Genauso wie das gesponsorte Werbebanner einer Biermarke, welches zur 2. Halbzeit im Duisburg-Block hochgezogen wurde. Boah, da muss man echt schon viel Freibier in Aussicht und intus gehabt haben, um sowas zu machen. Naja. Immer wieder weiß ich, warum ich hier stehe.

Zum Spiel: Erst mit der Aufstellung fiel uns das Fehlen von Ziereis, Nehrig und Sobiech, sowie die Versetzung von Sobota auf. Hui. Dann sieht so eine Aufstellung auf einmal ganz schön mies aus. Zwar haben wir offensiv eigentlich fast das Stammpersonal auf dem Platz stehen, aber unsere Defensive ist nunmal das Prunkstück. Nun mit Dudziak hinten rechts. Auf gehts! Wir fangen wie immer tief an und warten erstmal ab, was da von Dusiburg so kommt. Die sind das komplette Spiel sehr engagiert, aber einfach unglaublich glücklos zur Unzeit. Durch unsere Doppelspitze gibt es im Zentrum des Platzes extrem viel Raum für die Duisburger, aber die können damit überhaupt nicht umgehen. Wenn dann mal ein Abschluss kam, dann war dieser harmlos. Nun lag es also an unserer Offensive aus einem müden Kick was zählbares mitzunehmen. Zwar hatten wir Mitte der 1. Hälfte mehr Spielanteile, doch zwingend war das nicht (klingt wie in der Sportschau hier). Halbzeit 2 fängt dann direkt mit einem satten Ding von Enis an. Der Mann verschleppt einiges, aber mit der Situation hat er uns wachgerüttelt und die 15-minütige Angriffsphase endete mit dem 1-0 von Ratsche (mal wieder Ratsche, das 3. 1-0 durch ihn in Folge). Danach hat sich auch unser Team wieder an das gewohnte Spielniveau des Tages angepasst. Duisburg konnte zwar Druck aufbauen, aber außer einem Fernschuss (schöne Beute für Himmelmann), kam nicht mehr viel. Stattdessen spielten wir unsere Konter nicht zuende und Verhoek besorgte sich dann den Ball in der Nachspielzeit einfach selbst. Bäm! 3 Punkte! Die Kurve gönnt Verhoek dieses Tor von Herzen.

Der Support in unserer Kurve kann als mäßig beschrieben werden. Fehlen die Stadionverbotlerstimmen? Oder waren zu viele Auswärtige dabei? Ich weiß es nicht. Vielleicht war es auch einfach der miese Sonntagskick, der den Funken nicht in die Kurve hat springen lassen. Das Stadion war zudem nur zu 2/3 gefüllt. Es läuft halt nicht in Duisburg. Ich bin trotzdem heiser in den Bus gestiegen. Gegen Braunschweig geht dann bestimmt wieder mehr. Hoffentlich sind da auch wieder alle fit. Sieht ja scheinbar ganz gut aus.

Die Rückfahrt ist dann so entspannt wie ein Feierabend. Unser Busfahrer verkauft fleißig Astra und wir sind dankbare Abnehmer. Beim wiederholten Passieren eines Stadions in Gladbeck wird dann Geschichtliches aufgedeckt: Hier fand 1948 das 1. Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC St. Pauli (2-2) im Halbfinale der Norddeutschen Meisterschaft der britischen Besatzungszone statt. Das Wiederholungsspiel konnte dann 1-0 in Braunschweig gewonnen werden. Das wurde ja alles immer besser hier. Sieggeschwängert und bierbeschwipst fingen wir dann irgendwann an, wie es sich für die Lümmel von der letzten Bank gehört, mächtig Scheiße zu sabbeln. Herrlich. Soweit ich weiß haben wir niemanden genervt. Ein Traum von Rückfahrt. Mir dämmerte nicht mal, dass am nächsten Tag ein Job auf mich wartet; ich hab nämlich Urlaub. Duisburg? Immer wieder gern.

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Auch am Start:
SouthEndScum: Zebras aren’t fast enough for lions!
KleinerTod: Aus der Not drei Punkte gemacht
Grenzenlos Sankt Pauli: Grenzenlos, Glitzer-Ponpons & ein bisschen Glück
MagischerFC: Zebrastreifen am Horizont (Die waren ja sogar im selben Bus!?)

#drumherum4

Alles wie immer?

„Dann holen wir uns die Punkte halt in Duisburg (Tabellenletzter, Aufbaugegner, das sind in der Woche verbotene Vokabeln).“ (MagischerFC)

„Das steht im Drehbuch, Alter!“ (Dicken von Slime)

„Wir sehen uns in Duisburg! Dann aber bitte nicht als Aufbaugegner für die Zebras, okay?“ (Grenzenlos Sankt Pauli)

Sind wir der perfekte verbotene Vokabel? Kann ich jetzt mal so stehen lassen. Finde ich schon. Gefühlt zumindest, ist das so. Vor der anstehenden Auswärtsfahrt nach Duisburg habe ich aber keinen Bock auf ein schlechtes Gefühl im Bus. Wenn die Statistik gegen uns spricht, dann will ich mir im Bus mit ein paar Bier dazu wenigstens Gründe ausdenken, warum wir dieses Mal punkten. Außerdem übertreiben wir Fußballfans doch alle gern mal, oder? Bestimmt. Also komm schon du Statistik, du! Lass mich jetzt nicht im Stich!

Da sich meine Neugierde sowieso ganz gut mit meiner Stumpfheit, stundenlang Fußballstatistiken zu wälzen, versteht, stand diesem Eintrag hier nichts mehr im Weg.

Zur Statistik: Niederlagen bei Teams aus dem Keller definiere ich als Spiele gegen Teams auf den Abstiegsrängen. Diese sind je nach Liga unterschiedlich gewesen. In der Regionalliga Nord immer die Plätze 15-19, in der 2. Bundesliga die Plätze 15-18 und später 16-18 und in der 1. Bundesliga stieg während unserer Anwesenheit immer Platz 16-18 ab. Die Zeiten als Student („Die haben doch eh immer frei!“) sind vorbei. Ich kann also nicht bis in die Anfänge des letzten Jahrhunderts zurückgehen. Für mich eine plausible Auswahl ist der Zeitraum von der Saison 2000/01 – heute. Wir hatten in dieser Zeit zwei Aufstiege und zwei Abstiege. Es soll also niemand behaupten, dass die Statistik stinkt, weil ich nicht alle kickenden Jahre des magischen FC miteinbezogen habe. Die Statistik stinkt nämlich eh schon, Ihr Pappnasen! Ein Spiel gegen den 17. Platz kann auch gerne mal gegen Teams gehen, die eigentlich ganz woanders stehen sollten. Schließlich kann man eine (zu erwartende) 0-3 Niederlage auf Schalke (11. Spieltag, 1. Bundesliga 2010/11) nicht mit dem bitteren 0-1 beim FSV Frankfurt (17. Spieltag, 2. Bundesliga 2008/09) vergleichen. Außerdem ist es doch Quatsch ein Spiel vom 2. Spieltag in die Wertung zu nehmen („Da hat die Tabelle noch gar keine Aussagekraft!“). Habe ich trotzdem beides gemacht. So.

Insgesamt hatten wir in diesem Zeitraum 51 Spiele gegen Teams auf einem Abstiegsplatz.

Wir sammelten 16 Siege, 11 Unentschieden und 24 Niederlagen

Das ist jetzt erstmal nicht so richtig gut. In 47,06% aller Fälle verlieren wir. Ok, die Statistik ist mies. Ich würde schon von einem „erfolgreichen“ Auftritt auswärts sprechen, wenn wir nicht verlieren. Da steht es dann immerhin 27-24. Die Quote zu punkten, liegt also bei 52,94%. Gegen Teams aus dem Keller. …

Joa. Schon mal scheiße. Ich mach mich gleich mal auf die Suche nach einer „schöneren“ Statistik. Aber erstmal ein paar allgemeine Fakten:

• Unsere höchsten Auswärtssiege hatten wir bei Borussia Mönchengladbach II (32. Spieltag, Regionalliga Nord 2006/07) und TuS Koblenz (15. Spieltag, 2. Bundesliga 2009/10) mit jeweils 5-1. Übrigens stiegen wir in den beiden Jahren auch auf.

• Die höchsten Niederlagen gab es beim SV Sandhausen (21. Spieltag, 2. Bundesliga 2012/13), SC Paderborn (26. Spieltag, 2. Bundesliga 2007/08) – da werden bei mir grad schmerzliche Erinnerungen an einen Borger-Selbst-Tunnel-Trick wach – und (auch das noch!) beim MSV Duisburg (5. Spieltag, 2. Bundesliga 2000/01, also das Aufstiegsjahr). Alle Spiele verloren wir mit 1-4.

• Das Spiel in Paderborn war auch gleichzeitig der Startschuss für 5 Niederlagen am Stück gegen Teams aus dem Keller. Diese endete mit der 1-3 Niederlage gegen Wehen Wiesbaden (26. Spieltag, 2. Bundesliga 2008/09).

• Die längste Siegesserie waren drei Siege. Die Spiele beim FSV Frankfurt (5. Spieltag, 3-2), in Koblenz (15. Spieltag, 5-1) und gegen Rot-Weiss Ahlen (18. Spieltag, 2-0) waren alle in der Saison 2009/10. Damit haben wir 2009/10 einfach mal alles von da unten weggebombt.

15 der 51 Spiele gingen sogar gegen den verbotene Vokabel. Sieht auch nicht grad rosig aus. 5 Siege, 2 Unentschieden und 8 Niederlagen gab es. Gegen den Letzten! Verdammte Axt! Das wird ja alles immer schlimmer hier.

Ich möchte noch schnell einem weiteren Gefühl nachgehen. Wenn wir verlieren, dann immer zu null. Nun ja, euch Füchsen ist bestimmt schon aufgefallen, dass wir bei den oben bereits angegebenen Niederlagen immer getroffen haben. Ich sag es trotzdem; von 24 Spielen haben wir 11 Spiele zu null verloren. In den anderen 13 Spielen haben wir mindestens ein Tor geschossen. Diese Behauptung führe ich auf mehr Schmerz- und damit Erinnerungspotenzial bei einer glatten Niederlage zurück, aber trotzdem lässt mich noch nichts freudestrahlend in den Bus einsteigen.

Ok, ein letzter Versuch: Ist der FCSP ein Topteam der Liga (Platz 1 bis 5) und ist dann in der unteren Region unterwegs (also genau unsere jetzige Voraussetzung), wie sieht es da aus? Von den 19 Spielen aus dieser Kategorie haben wir 8 Siege, 4 Unentschieden und 7 Niederlagen geholt. Da! DAA! Da ist sie! Genau diese Statistik habe ich gesucht. Stellt die Wecker, schmiert die Stullen, packt die Sachen! Ich kann den Bus nicht mehr erwarten. Auf diese 63,16% setze ich.

Und komm mir jetzt nicht mit stinkt, Alter!

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

P. S.: Ich hoffe natürlich auf ein 5-1, versteht sich. Und sollten wir 1-4 auf die Mütze kriegen, dann bin ich vielleicht der Einzige im Block mit einem Grinsen im Gesicht.

#senfdazu14

Konfetti im Kopf

FC St. Pauli – FSV Frankfurt 1-3

Jaja, man kennt es. Unter der Woche nach dem Sieg gegen die Leipziger wurde sehr viel geschrieben. Ewald versuchte zwar dagegen anzukämpfen, doch die Botschaft der gesammelten Texte nahezu aller Sportmedien scheint bei den Spielern angekommen zu sein. Wir sind auf einmal ein Aufstiegskandidat.
Ein schöner Beweis für die Schnelllebigkeit im Profifußball. Ich brauch hier nicht ausführen, wo wir herkommen, das letzte Jahr steckt doch noch ganz schön in den Knochen. Wir eine Spitzenmannschaft? Gar ein Aufstiegskanditat? Eine Mannschaft, die zweimal Leipzig schlägt, könnte dieser Anforderung genügen; sofern sie nicht zweimal gegen Frankfurt verliert. Aber ganz ehrlich: Das macht mir gar nichts. Ich habe am Freitag eine Truppe gesehen, die alles gegeben hat, aber bei denen die Beine schwer wurden vom ganzen Aufstiegsgesabbel. Mein Vordermann hatte während des Spiels den Kopf voll mit Konfetti. 90 Minuten lang. Die Spieler hatten das nach dem guten Start ins Jahr wohl auch. Nur so ist auch eine Schläfrigkeit durch eigene Führung zu erklären („Läuft ja alles wie immer, die haben wir im Sack.“). Bitte versteht das nicht falsch. Ich ärgere mich schlimm über diese unnötige Niederlage. Zumal die Frankfurter uns mit ihrer offensiven Ausrichtung in die Karten gespielt haben. Das können wir doch eigentlich richtig gut. Aus einer sicheren Abwehr heraus gezielte Nadelstiche setzen. Dann sind die Frankfurter auch noch so doof und spielen offensiv.


Foto: Konfetti. Sogar im Flur

Mittlerweile ist es Sonntag. Das Ehrenamt zwang mich gestern um 5 aus dem Bett und in den 3 Grad kalten Nieselregen, welcher windbedingt genau in den Kragen reinpasste. Zum Spiel gibt es nicht viel zu erzählen, außer, dass ich für die Einführung einer Klippo-Regel bin. Nach dem 1-0 waren wir eindeutig noch nicht wieder bereit. Besonders die ersten 14 Minuten boten uns ein Spektakel. Pfosten von Frankfurt, Ratsche mit der Führung, Frankfurt gleicht direkt aus, Thy trifft den Pfosten.. Ja, Freunde, was wollen wir mehr als zahlende Fußballkonsumenten auf einen Freitagabend? Leider entwickelte sich das Spiel dann mehr und mehr in Richtung Frankfurt und wie das immer so ist, trifft natürlich DER Unsympath im Team zur Führung für den Gegner (Typen wie Schahin, Rösler, Jarolim, undundund kannst du nur mögen, wenn Sie in deinem Team spielen). Einen Rückstand drehen ist scheinbar diese Saison nicht so unsere Stärke, aber ich glaubte trotzdem dran. In der zweiten Hälfte habe ich deutlich tiefer stehende Frankfurter erhofft, ein einziges Anrennen von uns, sowie den Ausgleich und Siegtreffer von Verhoek. Spätestens das 1-3 nahm mir dann alle Illusionen. Naja. Manchmal verliert man halt auch. Dass wir das gerne zuhause diese Saison tun, ist zwar eher untypisch, aber schön ist doch, dass man nicht nach jeder Niederlage auf andere hoffen muss und die Punkte bis zum rettenden Ufer zählt.

Schon während des Spiels erreichte mich eine ganz andere Nachricht und diese nimmt mich im Vergleich zur Niederlage richtig mit. Ich schäme mich in Grund und Boden für die gesamte Menschheit, dass es auf dieser Welt scheinbar Orte und Leute gibt, welche so wenig Mitgefühl und Menschlichtkeit zeigen wie diese Schweine am Donnerstag in Clausnitz. Man kann das nun alles kleinreden. Dass die Leute einfach Angst und keine vernünftige Bildung haben, dass Sie sozial abgehängt sind und leider die Flüchtlinge ihren Unmut gegenüber dem Staat abbekommen. All das wird in den Medien auch geschehen. Politiker werden anführen, wie erschüttert sie sind und was sich alles ändern muss. Doch ich finde es schade, dass zu viel Diplomatie in dieser Thematik genutzt wird. Also nenne ich es einfach mal beim Namen („Das wird man jawohl noch sagen dürfen!“): Diese Leute am Donnerstag waren stumpfe, verblödete, widerwärtige, rechte Naziwichser. Der Abschaum der Menschheit. Ein ungebildeter, asozialer Scheißhaufen. Die Hämorrhoiden und das Herpes Deutschlands. Niemand will sie haben, alle finden sie eklig. Kein Wunder, dass die unzufrieden sind. Nur Arschlöcher, ausnahmslos. Fickt euch! Eure Polizei kann sich da direkt anschließen. Wenn ich das sehe, bekomme ich einen Würgereiz. Der AfD-Leiter verdient schon gar keine Aufmerksamkeit mehr. Diesem armseligen Würstchen wünsche ich, dass er den Rest seines Lebens jeden Tag dieselbe Demütigung wie die Flüchtlinge durchmacht und sich vor Angst in die Hose scheißt. Außerdem soll er den Rest seines Lebens kein Glück mehr haben (Toni Polster). Ich schäme mich dafür, dass ich mich, während ich das hier schreibe, frage, ob das zu hart sei. Wenn ich daran denke, dass die meisten dieser Wichser sich nie für ihr Verhalten schämen werden, schießen mir fast Tränen in die Augen. Geht kacken, Abschaum!

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Auch am Start:
BeebleBlox: Deppenrunden
Stefan Groenveld: War was?
Outside_Left: The many faces of St. Pauli: some reflections
SouthEndScum: Oooh shit!
MagischerFC: Moppelkotze

#senfdazu13

Six in a row

FC St. Pauli – RB Leipzig 1-0

Manmanman, die Zeiten haben sich geändert. Es ist 6.30 morgens am Samstag. Vor weniger als einem Jahr war das eine angemessene Zeit um nach einem Heimspiel ins traute Heim zu fallen, heute ist es die Zeit in der die kleine Tochter einem deutlich macht, dass sie ab jetzt bespaßt werden möchte. Wäre ich nicht vorsichtiger gewesen gestern Abend und hätte das ein oder andere Bier ausgelassen oder hätte dem üblichen After-Match-Trip (Clubheim – irgendeine Fancy Kneipe („das is doch scheiße hier, lass ma ins Jolly!“ – Jolly – Shebeen) vollends mitgenommen, ich bin mir nicht sicher, ob ich die gerade gewechselte Windel überlebt hätte. Aber gut, das sind ganz andere Themenbereiche, die sicher in irgendwelchen Internetforen ausgiebig diskutiert werden können, hier ist Fußball angesagt, also zum Spiel:
Leipzig kommt mit breiter Brust zu uns, ist seit gefühlten 687 Spielen unbesiegter und völlig unangefochtener Tabellenführer. Und genauso haben sie auch gespielt. Ihr Problem ist nur gewesen, dass uns, wie ich immer und immer wieder zu genüge predige und auch schreibe, so etwas vollkommen in die Karten spielt. Leipzig also mit imposanter Aufstellung, allein der Poulsen vorne im Zentrum ist schon eine Erscheinung, dahinter mit offensiver Dreierreihe Forsberg-links(bei dem Arsenal im Winter mal angeklopft hatte), Sabitzer-Zentrum, Kaiser-rechts. Die Doppesechs bilden Ilsanker und Demme, in der Innenverteidigung dann mit Compper ein ehemaliger Nationalspieler. Und den Selke? Der im Sommer schlappe 8 Millionen gekostet hat? Den kann man auch mal auf der Bank lassen… Spielerische Qualität also im Überfluss. Ewald hatte ja bereits vor dem Spiel erwähnt, dass man den Leipzigern in der Hinrunde noch mit Zweikampfhärte den Zahn ziehen konnte, nun hätten sie sich aber an die Gangart in Liga 2 gewöhnt. Klingt so, als wenn man ein aufkommendes Sturmtief zu einem Orkantief hochstuft. Immerhin ist Halstenberg nicht fit, dachte ich mir und befürchtete das Schlimmste.

Nach dem überaus erfolgreichen Start in Fürth gab es nicht viele Gründe für personelle Wechsel und erst recht nicht für einen Systemwechsel. Hatte Ewald angekündigt, dass er in der Winterpause neue Offensiv-Verhaltensweisen einstudieren will? Mitnichten; er hat stattdessen eine neue Verteidigungsform einstudieren lassen. Wir präsentieren Ihnen: *tada!* Die 6er-Kette (siehe Foto)


6(!)-3-1

Ob das so geplant war oder ob es eher eine missglückte 5er-Kette gewesen ist, bei der durch hohe Leipziger Außenverteidiger Waldi und Buchtmann immer wieder zeitgleich in die Kette gedrückt worden sind, ist mir unklar. Richtig funktioniert hat es jedenfalls nicht, da Leipzig so noch mehr Platz in den Halbfeldern hatte und sich dadurch im Grunde ungestört bis 25m vor unser Tor bewegen konnte.

Aber der Reihe nach: Wir mal wieder mit einem gelungenem Beispiel, wie man einer offensiv ausgerichteten Mannschaft den Zahn zieht. Ballgewinn, dann schnell der Ball in die Spitze, weiter zu den Außen und dann durch einen eingerückten Defensiven das Tor gemacht. Kinder, wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich sagen, dass hört sich nach Rzatkowskis Tor aus unserem Heimspiel gegen Fürth an (siehe #senfdazu2). Bei diesem Spielsystem ist Rzatkowski durch seine Geschwindigkeit einfach eine Waffe. Das schnelle Einrücken in die Spitze sorgt für eine Überzahl in der gegnerischen Box, brandgefährlich also. Dann ging es erst an die Arbeit, mit besagtem 6-3-1. Manch einer mag sagen, dass Alushi auf die 10 vorgerückt ist, ich sage aber, dass der Rest der Mannschaft einfach noch weiter hinten spielt. Und wie gesagt, es funktionierte nicht. Leipzig erspielte sich Chance um Chance. Das lag nicht zwingend daran, dass wir schlecht verteidigt hätten (von der 6er-Kette mal abgesehen), sondern das Leipzig auch einfach kombinationssicher ist und somit Angriff um Angriff fahren konnte. Wir kommen also eher glücklich mit der Führung in die Kabine. Nach der Pause sind wir dann defensiv wesentlich besser eingestellt, wenngleich es auch weiter Chancen der Leipziger gab. Nun wurde ein sauberes 4-4-2 zur Verteidigung genutzt, die Halbfelder waren nicht mehr so leicht erreichbar für Leipzig, ein Abnutzungs-/Klassenkampf begann. Die 2.Halbzeit war definitiv eine der intensivsten Halbzeiten seit langem. Leipzig rannte an, wir standen kompakt und rissen uns aber sowas von den Arsch auf. Poulsen, der zu Beginn des Spiels noch mit hohen Bällen angespielt wurde, konnte weitgehend aus dem Spiel genommen werden, hatte jedoch eine Großchance zu verzeichnen. Insgesamt hatte Leipzig in der 2.Halbzeit zwar mehr vom Spiel, aber war bei Weitem nicht mehr so zwingend wie in Halbzeit 1. Mit Kampf, Glück und ordentlich Roar von den Rängen bringen wir das Ding nach Hause.

Nächste Woche kommt dann FSV Frankfurt. Man wird schauen müssen, ob die sich irgendwie aus der Reserve locken lassen. Vermutlich nicht und dann wird sich auch zeigen, was im Wintertrainingslager wirklich an neuen Offensivmustern ausbaldowert wurde, denn die beiden letzten Spiele haben wir mit Hilfe des ‚alten‘ Systems gewonnen. Ob wir wirklich noch einmal oben angreifen können, muss abgewartet werden. Ich denke, dass Leipzig trotzdem hochgehen wird. Freiburg und Nürnberg noch gefährlich zu werden ist auch ein mächtiges Unterfangen. Ich hoffe, dass wir so lange wie möglich da dran bleiben, damit wir ein bisschen träumen können… herrlich!

Nice Guys Sankt Pauli // timbo

Was noch?
BeebleBlox: Dosen auf Kaperfahrt: Abgesoffen
SouthEndScum: YEEEEEEEEEAAAHHH!!!
Übersteiger-Blog: 21.Spieltag (H) – RB Leipzig
Stefan Groenveld: Dosengemüse
Magischer FC: Authentizität und andere schöne Worte
KleinerTod: Welch Energieleistung! #FCSP schlägt Leipzig erneut mit einem Tor zu Null.
Grenzenlos Sankt Pauli: Igel schlagen Bullen

Auch lesen, weil wichtig:
Outside-Left: We need to talk about Bochum (Auswärts)