#senfdazu14

Konfetti im Kopf

FC St. Pauli – FSV Frankfurt 1-3

Jaja, man kennt es. Unter der Woche nach dem Sieg gegen die Leipziger wurde sehr viel geschrieben. Ewald versuchte zwar dagegen anzukämpfen, doch die Botschaft der gesammelten Texte nahezu aller Sportmedien scheint bei den Spielern angekommen zu sein. Wir sind auf einmal ein Aufstiegskandidat.
Ein schöner Beweis für die Schnelllebigkeit im Profifußball. Ich brauch hier nicht ausführen, wo wir herkommen, das letzte Jahr steckt doch noch ganz schön in den Knochen. Wir eine Spitzenmannschaft? Gar ein Aufstiegskanditat? Eine Mannschaft, die zweimal Leipzig schlägt, könnte dieser Anforderung genügen; sofern sie nicht zweimal gegen Frankfurt verliert. Aber ganz ehrlich: Das macht mir gar nichts. Ich habe am Freitag eine Truppe gesehen, die alles gegeben hat, aber bei denen die Beine schwer wurden vom ganzen Aufstiegsgesabbel. Mein Vordermann hatte während des Spiels den Kopf voll mit Konfetti. 90 Minuten lang. Die Spieler hatten das nach dem guten Start ins Jahr wohl auch. Nur so ist auch eine Schläfrigkeit durch eigene Führung zu erklären („Läuft ja alles wie immer, die haben wir im Sack.“). Bitte versteht das nicht falsch. Ich ärgere mich schlimm über diese unnötige Niederlage. Zumal die Frankfurter uns mit ihrer offensiven Ausrichtung in die Karten gespielt haben. Das können wir doch eigentlich richtig gut. Aus einer sicheren Abwehr heraus gezielte Nadelstiche setzen. Dann sind die Frankfurter auch noch so doof und spielen offensiv.


Foto: Konfetti. Sogar im Flur

Mittlerweile ist es Sonntag. Das Ehrenamt zwang mich gestern um 5 aus dem Bett und in den 3 Grad kalten Nieselregen, welcher windbedingt genau in den Kragen reinpasste. Zum Spiel gibt es nicht viel zu erzählen, außer, dass ich für die Einführung einer Klippo-Regel bin. Nach dem 1-0 waren wir eindeutig noch nicht wieder bereit. Besonders die ersten 14 Minuten boten uns ein Spektakel. Pfosten von Frankfurt, Ratsche mit der Führung, Frankfurt gleicht direkt aus, Thy trifft den Pfosten.. Ja, Freunde, was wollen wir mehr als zahlende Fußballkonsumenten auf einen Freitagabend? Leider entwickelte sich das Spiel dann mehr und mehr in Richtung Frankfurt und wie das immer so ist, trifft natürlich DER Unsympath im Team zur Führung für den Gegner (Typen wie Schahin, Rösler, Jarolim, undundund kannst du nur mögen, wenn Sie in deinem Team spielen). Einen Rückstand drehen ist scheinbar diese Saison nicht so unsere Stärke, aber ich glaubte trotzdem dran. In der zweiten Hälfte habe ich deutlich tiefer stehende Frankfurter erhofft, ein einziges Anrennen von uns, sowie den Ausgleich und Siegtreffer von Verhoek. Spätestens das 1-3 nahm mir dann alle Illusionen. Naja. Manchmal verliert man halt auch. Dass wir das gerne zuhause diese Saison tun, ist zwar eher untypisch, aber schön ist doch, dass man nicht nach jeder Niederlage auf andere hoffen muss und die Punkte bis zum rettenden Ufer zählt.

Schon während des Spiels erreichte mich eine ganz andere Nachricht und diese nimmt mich im Vergleich zur Niederlage richtig mit. Ich schäme mich in Grund und Boden für die gesamte Menschheit, dass es auf dieser Welt scheinbar Orte und Leute gibt, welche so wenig Mitgefühl und Menschlichtkeit zeigen wie diese Schweine am Donnerstag in Clausnitz. Man kann das nun alles kleinreden. Dass die Leute einfach Angst und keine vernünftige Bildung haben, dass Sie sozial abgehängt sind und leider die Flüchtlinge ihren Unmut gegenüber dem Staat abbekommen. All das wird in den Medien auch geschehen. Politiker werden anführen, wie erschüttert sie sind und was sich alles ändern muss. Doch ich finde es schade, dass zu viel Diplomatie in dieser Thematik genutzt wird. Also nenne ich es einfach mal beim Namen („Das wird man jawohl noch sagen dürfen!“): Diese Leute am Donnerstag waren stumpfe, verblödete, widerwärtige, rechte Naziwichser. Der Abschaum der Menschheit. Ein ungebildeter, asozialer Scheißhaufen. Die Hämorrhoiden und das Herpes Deutschlands. Niemand will sie haben, alle finden sie eklig. Kein Wunder, dass die unzufrieden sind. Nur Arschlöcher, ausnahmslos. Fickt euch! Eure Polizei kann sich da direkt anschließen. Wenn ich das sehe, bekomme ich einen Würgereiz. Der AfD-Leiter verdient schon gar keine Aufmerksamkeit mehr. Diesem armseligen Würstchen wünsche ich, dass er den Rest seines Lebens jeden Tag dieselbe Demütigung wie die Flüchtlinge durchmacht und sich vor Angst in die Hose scheißt. Außerdem soll er den Rest seines Lebens kein Glück mehr haben (Toni Polster). Ich schäme mich dafür, dass ich mich, während ich das hier schreibe, frage, ob das zu hart sei. Wenn ich daran denke, dass die meisten dieser Wichser sich nie für ihr Verhalten schämen werden, schießen mir fast Tränen in die Augen. Geht kacken, Abschaum!

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Auch am Start:
BeebleBlox: Deppenrunden
Stefan Groenveld: War was?
Outside_Left: The many faces of St. Pauli: some reflections
SouthEndScum: Oooh shit!
MagischerFC: Moppelkotze