Archiv für April 2017

#senfdazu37

FC St. Pauli – 1. FC Heidenheim 3:0

Auch in Liga zwei ändern sich manche Dinge nie. Spätestens ab Spieltag 26 realisiert eine große Gruppe von Mannschaften im tristen und grauen Mittelfeld der Liga, dass diese Saison nicht mehr als eben diese große Langeweile der Tabelle drin sein wird. Wirklich spannend ist es ab diesem Zeitpunkt der Saison nur noch für die 4-5 Truppen mit realistischen Aufstiegschancen und die 6-7 mit ganz anderen Sorgen. Und genau diese von Abstiegspanik Getriebenen, fangen jedes Jahr zu dieser Zeit auf einmal an, wie verrückt Punkte zu sammeln. Das führt mitunter zu ungläubigen Kopfschütteln wenn man sich die Ergebnisse der direkten Konkurrenten vom Wochenende anschaut. Da ist der eigene Sieg dann auf einmal kaum noch was Wert. Dass wir momentan nicht nur fehlerfrei, sondern gegen Ende der Saison größtenteils gegen diese völlig willenlosen Truppen aus dem Mittelfeld spielen, ist ein klarer Vorteil. Zwar kann der Gegner tausend mal beschwören, sich immer noch voll reinzuhängen, aber wenn Buchtmann Dir nach 30 gespielten Sekunden deutlich macht, dass es wehtun könnte, wenn man den Ball nicht freiwillig den braun-weißen gibt – dann wird schnell abgewogen, ob es das noch wert ist. Der perfekte Gegner also. Na dann; Hallo graues Mittelfeld! Hallo 1. FC Heidenheim!


timbo kann zählen!

Die Heidenheimer wählten an diesem Abend die Verwirrungstaktik in Form von Trikots, die mit dem Ordnungsdienst des Stadions verwechselt werden mussten. Aber das war auch so ziemlich das Einzige, was mich in Halbzeit aufheitern konnte. Spätestens nach Einsetzen des Starkregens „rutschte“ (*hüstel*) das Niveau in den Keller. An eine echte Chance kann ich mich nicht erinnern. Halbzeit 2 beglückte uns dann recht früh mit zwei Toren, die von den gegnerischen Fans echte Tiefschläge gewesen sein müssen. Aber mal ehrlich: wie oft haben wir schon Witze darüber gemacht, dass ehemalige Stürmer hier am Millerntor knipsen? Fand ich ganz nett, dass Verhoek da nicht die Ausnahme sein wollte. Danke, John! Mit dem 1-0 war das Spiel schon gelaufen. Erleichterung breitete sich im gesamten Stadion aus. Ein gern willkommener Gast am Millerntor.

Mit dem Besuch der Ostwürttemberger schließt sich für uns ein kleiner Kreis. Seit der Auswärtsniederlage am 14. Spieltag in Heidenheim lautet unsere Bilanz: 9 Siege, 5 Unentschieden und 3 Niederlagen. Bei lediglich 9 Gegentoren in 17 Spielen! Eine Wahnsinnsbilanz. Die sich noch viel besser anfühlt, weil eben nicht der Standardmechanismus des Profigeschäfts befolgt und am Trainer festgehalten wurde. Das klingt alles ein wenig nach der Rückrunde aus der Saison 2014/2015: Abwehr stabilisieren, kaum noch Gegentore fangen und am Ende der Saison ne richtig gute Serie hinlegen. Da wir zudem noch gegen Bochum und Fürth spielen, habe ich viel Hoffnung für den Klassenerhalt. Schließlich fallen die beiden Mannschaften ebenfalls in die Kategorie aus Absatz 1.

Nach dem Spiel ging es dann zur Demo, welche gemütlich unspektakulär verlief und trotz miesem Wetter sehr gut besucht war. Schön! Danach wollten wir dann noch „kurz“ in den Zoo. Die Kopfschmerzen für heute nahm ich lachend in kauf und vollzog komische Tanzbewegungen zu gutbekannten 2-tone-Hits. Selig und erleichtert ging es nach Hause. Besser kann ein langes Wochenende einfach nicht starten..

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Weitere Berichte:
Grenzenlos Sankt Pauli – Erst kam der Regen, dann die Bierdusche
Stefan Groenveld – Nach Regen kommt Sonnenschein
Beebleblox – Drin? Das ist ja einfach!
Admit nothing – Uhus töten in der Nacht

#senfdazu36

FC St. Pauli – SV Sandhausen 0:0

Anstoßzeiten sind ein Arschloch! Um 17:56 springe ich verschwitzt vom Fahrrad, werfe es achtlos an den Zaun und eile in Richtung Stadion. Ach nee.. abschließen wäre ne gute Idee. Also nochmal zurück und sichtlich genervt, in einer unangenehmen (ballettähnlichen) Position, das oben in den Zaun gehängte Fahrrad anschließen. Doch da! Die im Menge Stadion macht sich bemerkbar! War das ne Torchance? Elfmeter? Ich muss da jetzt sofort rein.

Im Stadion direkt auf einen anderen völlig verspäteten Nice Guy getroffen. Gewitzt wie wir sind, haben wir uns entschieden mal in Richtung Nord zu stehen. Schließlich spielen wir in der zweiten Hälfte auf das Tor. Gerade noch die letzten Minuten der ersten Hälfte mitbekommen. Puh, erstmal runterkommen und schauen, was hier los ist. Wir spielen gegen 10 Mann. Gegen Sandhausen. Seit der 11. Minute. Ohoh…

Jede*r mit Fußballerfahrung weiß, wie schwer es ist, wenn man nur noch 10 Gegenspieler vor sich hat, die nur darauf aus sind, kein Gegentor zu fangen und mit destruktiver Spielweise alles kaputt machen. Mit jeder verstrichenen Minute wächst die Anspannung und der Frust. Dass Sandhausen mit Platz 9 in der Liga nicht zur Gruppe der Gurkenblinden gehört, ist sicherlich auch nicht förderlich. Ein schwieriges Unterfangen also.


Hier drüben scheint ja sogar die Sonne!

Leider sahen das viele Zuschauer auf der Gegengerade nicht so. Meine Güte, was wurde da gemotzt. Flippa im ungewohnten Habitat, fühlte sich gar nicht so richtig Wohl zwischen der ganzen Scheiße die da hervorgebracht wurde.

Der Druck nach vorn war da. Richtig gute Gelegenheiten fehlten leider. Von der rechten Seite (Sahin+Dudziak, später Kalla+Sahin) ging viel Gefahr aus. Die Vielzahl an Flanken fand nur leider keine(n) Abnehmer. Eine Großchance von Nehrig kann auf der Linie geklärt werden, aber ansonsten standen die Baden-Württemberger sicher. Mit verrinnender Zeit schlichen sich dann auch ärgerliche Fehler ein, aber auch das ist normal – schließlich ist Platz 16 kein Siegel für überragende Qualität und die Kraft lässt nach 60-70 Minuten Powerplay auch nach.

Der Dreier wäre wichtig gewesen. Der Auftritt, in Kombination mit dem in Aue, entmutigt etwas, aber die Truppe findet sich bestimmt wieder. Punkte müssen ran! Freitag steht man allerdings vor einer gigantisch schweren Aufgabe; in Nürnberg gibt es selten was für uns zu holen. Erst zwei Mal konnte dort gewonnen werden. Kurzes Quiz für alle: Wann gewannen wir dort das letzte Mal? Habt Ihr die Antwort, habt Ihr ein Lächeln im Gesicht!

Zeit für einen Auswärtsdreier! Forza!

Nice Guys Sankt Pauli //flippa