#senfdazu40

FC St. Pauli – SG Dynamo Dresden 2:2

Der Wind dreht ganz schön schnell am Millerntor. Aber eigentlich hat die Mannschaft selbst Schuld. Nur aufgrund der Verwöhnergebnisse der letzten Rückrunde sind die Erwartungen gestiegen. Dazu noch ein Dreier in Bochum, der (durchaus verdient) auch nur ein einzelner Punkt hätte gewesen sein können, und schon müssen die Dresdener zuhause an die Wand gespielt werden. Die sind übrigens letztes Jahr 5. geworden, obwohl aus den letzten sieben Spielen nur ein Sieg geholt wurde! Trotzdem wird im Stadion von manchen genörgelt, was das Zeug hält.

An einem Sommertag wie gestern fragt man sich, warum eigentlich die beste Jahreszeit für Fussball durch den Spielplan verschenkt wird. Ich war es zumindest ziemlich häufig leid, mich auf jämmerliche Art und Weise bei einstelliger Temperatur und Nieselregen furchtbar über schlechten Fussball aufzuregen. Den zweiten Punkt habe ich abgestellt. Wenn nun noch der Spielplan umgestellt wird, fehlt mir wenig anderes zu absoluter Glückseligkeit. In Sommerklamotte trafen sich die Nice Guys also vorm Fanladen. Nach fünf Minuten Beine in den Bauch wurde entschieden, dass dieser Aktivität auch im Stadion nachgegangen werden kann. Plätze ganz oben, direkt auf Höhe der Mittellinie – die feuchten Taktiker-Augen von timbo verrieten mir, dass der schon ein Stück näher an der Glückseligkeit dran war als ich.

Der Stresstest vieler Ohren im Stadion beim Herz von St. Pauli erweiterte meine Vorfreudeskala nochmal um zwei Stufen. Die unaufgeregten, aber klaren Statements der eigenen Fanszene zur Flora passten mir auch sehr gut. Der Handicap-Wette auf St. Pauli vom Nebenmann hätte ich zu dem Zeitpunkt gar keine Quote mehr gegeben. Dresden? Pah!
Was fehlte, war ein Großteil der Gästefans. Bei den Nice Guys wurde das von „selber Schuld“, bis „personalisierte Tickets für´n Arsch“ diskutiert.

Zum Spiel:
Natürlich ist der Sieg zum Greifen nah, wenn man Zuhause zweimal in Führung geht. Dabei darf man nicht verkennen, dass unsere Führung aus dem Nichts kommt – bis dato hatten die Sachsen 65% Ballbesitz. Über außen (sowohl links als rechts) wurden wir immer wieder überrascht. Mit einem 1:1 kommen wir gut in die Pause.

Was war besser danach? Viele Chancen wurden in Halbzeit zwei erspielt. Das lag insbesondere daran, dass das gesamte Mittelfeld nach der Halbzeit nicht länger ständig versucht war, Sami und Aziz anzuspielen. Die wurden nämlich überaus stark von der Dresdener Hintermannschaft kalt gestellt. Somit war es hauptsächlich Mats, der die Führung auf dem Fuß hatte. Völlig verdient erzielen wir diese dann einige Minuten später. Wenn eine solche Druckphase über weite Teile der Saison kompensiert werden kann, dann sind zu wenig Chancen kein Problem in diesem Jahr.
Am Ende langt es leider nicht ganz. Dresden ist sicherlich froh, einen Punkt hier mitzunehmen, aber insbesondere in Hälfte eins waren die deutlich besser.

Nach dem Spiel hoppelten wir dann wie Lemminge timbo hinterher, da „er mal gehört hätte“, dass es bei der Weinbar nach dem Spiel nett sein soll. Trifft sicherlich zu, nur ist timbo nunmal nicht grad als Trauben-, sondern eher als Gerstenliebhaber unterwegs. Also trotteten wir ihm (nach kurzem Besuch in der Weinbar) dankbar lachend, schließlich werden ab sofort auf gewisse Zeit grundsätzlich alle seine Vorschläge mit dieser Anekdote abgetan, hinterher in die entgegengesetzte Richtung zum Clubheim. Immer noch in T-Shirt und trotz 2:2 immer noch nah dran an der Glückseligkeit.

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Weitere Berichte:
Stefan Groenveld – Zwischen Aaargh und ist ok so..
Übersteiger-Blog: 2.Spieltag (H) – SG Dynamo Dresden
Magischer FC: And justice … not for all


0 Antworten auf „#senfdazu40“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


+ neun = zwölf