#senfdazu47

FC St. Pauli – VfL Bochum 1848 2:1

Leser dieses Blogs werden dazu geneigt sein zu sagen, „Was für Schönwetter-Schreiber hier doch rumhängen! Von diesen Scheiß-Guys lese ich gar nichts mehr!!“. Schließlich wurde hier seit dem schwachen Spiel gegen Aue nichts mehr geschrieben. Nun, dies hier war noch nie der Ort um von süßen Nektar hochwertiger Schreibfertigkeiten zu kosten. Wer kann das also schon vermissen?! Ich entschuldige mich trotzdem für das Entstehen dieser innerlich Unruhe, wenn nach einem Spiel nicht fünf Minuten des Lebens in Rechtschreibfehler und schlechte Gags investiert werden konnten.

Aber wieso leiste ich hier eigentlich Abbitte? Josy, der alte Heckenpenner, hat die versprochene Journalie für das Regensburg-Spiel immer noch nicht geliefert. Dabei war er stocknüchtern, als er von mir dazu gezwungen wurde. Stattdessen hat der sich einen Schnauzer wachsen lassen und sieht aus wie ein flüchtiger Pflegeheimbewohner. Timbo hat sich klugerweise gänzlich vom Stadion ferngehalten, bevor er wieder von nächtlich fiebrigen Taktikträumen geplagt wird und uns dann damit belasten will. Unterstützung sieht also anders aus.

Statt dann mit klassischem Gemecker meinerseits den Blog zu füllen und zu langweilen, habe ich lieber die Fresse gehalten. Bis jetzt. Schließlich wusste schon Gandalf, dass man am besten zum Wendepunkt der Gezeiten zurückkehrt. Bevor ich nun völlig freidrehe, bezeichne ich lieber den Start der Rückrunde als Wendepunkt und nicht den Trainerwechsel. Die Leistung von Kauczinski kann man nach zwei Spielen, in denen er aufgrund von der Verletztenliste nicht viele Änderungsmöglichkeiten hatte, überhaupt nicht einschätzen. Eine ganze Wintervorbereitung sollte da schon eher langen.

Gewärmt von langer Unterhose und Wintersocken standen die Nice Guys am Eingang in einer Schlange, die ich in dieser Länge noch nie vor der Gegengerade gesehen habe. Entweder kamen besonders viele Besucher erst 40 Minuten vorm Anpfiff oder da lief etwas schief. Jacek erinnerte das gar an früher. Da war die „Schlange von der Nord immer bis zum Bahnhof Feldstraße!“. Na klar! Immer. *kopfschüttelnd ab*

Vorm Anpfiff wollten die Bochumer ihrem Sportdirektor Christian Hochstätter noch frohe Festtage wünschen – das Transparent (Verpiss diCH!) legt diesen Schluss zumindest nah. Es wurde anschließend von der Polizei entfernt. Ein wirklicher Grund ist nicht zu erkennen gewesen.

Zum Spiel:
Wir haben schon ein wenig Glück gehabt, dass auch bei den Bochumern momentan nichts läuft. Defensiv haben wir uns nämlich die gesamten 90 Minuten nicht wirklich klug angestellt. Weder taktisch, noch fußballerisch war das eine gelungene Vorstellung. Von keiner Mannschaft. Noch mehr Glück dann, dass ein Abpraller vor den Füßen vom Mentalitäts-Monster Sobiech landet, er ins lange Eck abschließt (schon wieder mit links!) und uns die Mannschaft endlich mal wieder singend in die Pause verabschieden lässt. Aus dieser kommen wir dann nicht wirklich gut und dürfen uns über Ausgleich nicht beschweren. Für den Rest der Halbzeit kommen die Bochumer immer wieder gefährlich in die Box und können nichts daraus machen. Stattdessen schließt Schneider einen Konter nach Zuckerpass von Sahin ab. Da merkte man dann auch auf der Gegengerade wie sehr erfolgreicher Fußball gefehlt hat. So viel und laut wurde seit gefühlten Jahren nicht mehr gesungen und angefeuert. Der Anschluss machte es ein wenig wackelig, aber mit etwas würgen ging es dann. So gewinnt man Spiele, wenn man selbst in der Krise steckt!

Etwas versöhnlicher gehe ich durch den Dreier mit der Mannschaft in die Winterpause, die fast durchgehend absoluten Dreck in der Hinrunde angeboten hat. Beschweren möchte ich mich darüber nicht gänzlich. Mit diesem Mist haben wir schon ziemlich viele Punkte geholt. Meinetwegen können auch noch die 48 weiteren auf diese Weise geholt werden. Aber schöner ist es schon, wenn man mal wieder ein Spiel bestreitet und besser ist als der Gegner, statt den Mannschaftsbus vor das Tor zu stellen (Ewald-Rhetorik). Aber was weiß ich schon..

Nice Guys Sankt Pauli //flippa


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