#senfdazu49

FC St. Pauli – 1. FC Nürnberg 0:0

Montags ist immer scheiße. So richtig in Stimmung für Fußball kommt man nie, wenn man genau weiß, dass nach dem Spiel noch ganz viel Woche vor einem liegt. Aber ich will mich gar nicht beschweren. Im Gegensatz zu anderen, hasse ich meinen Job gar nicht. Gestern hatte ich sogar überaus rechtzeitig Feierabend.

Ich also schnell nach Hause, lange Unterhose und diverse Sachen aus der Rubrik „Winterstadionsachen“ übergeworfen und dann ging es aufs Rad – schließlich wollte ich noch kurz nach den Rechten schauen. Als ich mit dem Fahrrad auf spiegelglatter Straße am Bahnhof St. Pauli ankam, bewegt sich dort grad der Marsch der Nürnberger Anhänger in Richtung Stadion. Mit maßloser Kreativität wurde „Scheiß St. Pauli!“ skandiert. Anschließend nichts. Muss ganz schön schwer sein, so ein Leben in dem man immer alles Mögliche scheiße findet und ernst sein muss, statt sich für etwas zu freuen. Ich bekam etwas Mitleid. Nicht. Nicht mit einer Fanszene bei denen eine Südstaatenfahne Teil des Blocks ist. Für diese Fahne habe ich schon so viele beschissene Begründungen/Ausreden gehört bzw. gelesen und keine rechtfertigt die Verwendung eines Symbols für Rassismus. „Aber die weht da schon so lange und hat Tradition..“. Ach ja? Fick Dich!

Jetzt fange ich hier auch schon an, alles scheiße zu finden. Und es wurde nicht besser. 10 Minuten später komme ich am Jungfernstieg an und skandiere dafür, dass der rechte Dreck sich verpissen soll. Das Verhältnis zwischen Pennern und Gegendemonstranten kann mit 1:10 ganz gut beschrieben werden. Noch präsenter anwesend war nur die Polizei mit vier Wasserwerfern und Hamburger Gittern. Um Punkt 19.10 Uhr beschloss ich, mich in Richtung Stadion zu begeben und endlich meinen Endorphin-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Im Stadion stehen wir direkt auf Höhe der Mittellinie und stellten sofort fest, dass die sonstige Faustregel „im Stadion isses immer zwei Grad wärmer“ heute nicht greift. Als ein Nice Guy Konfetti aus seinem Bier fingerte, musste ich tatsächlich nachfragen, ob das ein Eisklumpen oder Papier war. Komisch eigentlich, dass das Spiel nicht wirklich für aufsteigende Hitze sorgte. Auf dem Weg nach Hause rekapitulierte ich unsere Chancen auf ein Tor und da kam doch einiges an Großchancen zusammen. Insbesondere Bouhaddouz gefiel mir als, bisher für mich unentdeckter, Freistoßschütze. Auch Nürnberg hatte viele gute Gelegenheiten uns einen einzuschenken, von dem wir uns nicht mehr erholen (DAS hab ich früher als Barkeeper bei ungeliebten Gästen immer gemacht!).


Ein Bild aus dem Sommer – zum aufwärmen

Doch es wäre kein Montagsspiel, wenn zwischen den Großchancen nicht viel Leerlauf und talentfreier Raum gewesen wäre. Am Ende fühlt sich ein Punkt gegen den Club dann komischerweise nicht wie ein Punkt gegen eine Topmannschaft der Liga an. Vielleicht war es dem Wetter geschuldet, vielleicht auch dem Zustand des Rasens – wir spielen unansehnlichen Zweitligafußball ohne Feuer und Hoffnung auf Besserung. Selbst ein Trainerwechsel hat nichts daran geändert. Wir sollten uns für den Rest der Saison damit abfinden.

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Immer vor den Nice Guys mit dem Beitrag fertig:
Stefan Groenveld – Eine Nullnummer der besseren Sorte


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