#senfdazu50

FC St. Pauli – KSV Holstein Kiel 3:2

Gar nicht lange her, da regten wir uns hier im Blog über katastrophale Zustände am Eingang des Stadions in Kiel auf. Ein paar Monate später stehen die Nice Guys bei deutlichen Minusgraden und Schneefall seit 35 Minuten in der Schlange vor der Gegengerade. Zuerst dachte ich noch, dass heute wohl etwas genauer kontrolliert wird, da Risikospiel und keine Gästefarben im Block erwünscht waren. Doch die „Schlangenproblematik“ verfolgt uns nun schon eine ganze Weile. Nämlich seitdem der Ordnungsdienst des Stadion gewechselt wurde, soweit ich mich erinnere. Bei Sonnenschein mit einem Bier in der Hand, kann man gerne mal eine halbe Stunde in Kauf nehmen, um dann weitere Stunden (allerdings weniger gelangweilt) rumzustehen. An Tagen, an denen man morgens, der Verzweiflung nahe, den Schrank durchwühlt um die Thermoklamotten zu finden, bin ich da nicht ganz so entspannt. Im Stadion steht man zwar auch, aber der Wind macht die Musik..

Wie dem auch sei. Was micht deutlich entspannt, ist ein knapper Sieg in einem torreichen Spiel gegen einen ungeliebten Gegner. Woran merkte ich das? Ich stand einige Minuten nach Abpfiff mit einem ins Gesicht genagelten Serienkiller-Grinsen im Stadion und „lächelte“ in Richtung des Gästeblocks. Kiel und St. Pauli waren sich nie besonders grün. Die neue Feindschaft unterliegt dem Prinzip von Actio und Reactio und zeigt sich mir etwas pubertär. Trotzdem ist ein Sieg gegen Gäste, die sich insbesondere durch „Scheiß St. Pauli-Rufe“ bemerkbar machen, vergleichbar mit dem auffinden eines Fuffis in einer längst vergessenen Jeanstasche.

Kiel
Anbei der neue Bildschirmschoner

Heimsieg? Ich musste glatt im Duden nachschlagen. „Auf eigenem Platz, in eigener Halle o.Ä. errungener Sieg“. Direkt nach Heimschwäche. Ich hatte fast schon vergessen, wie dieser süße Nektar des Fandaseins schmeckt. 3 Tore in einem (Punkt)Heimspiel gelangen uns zuletzt im April 2017. Woher kommt diese Heimschwäche? Wir Nice Guys haben schon während des Spiels einen Faktor ausfindig gemacht: Es wird ganz schön viel gemeckert an der eigenen Mannschaft. Zugegeben; in vielen Punkten zurecht. Machen das aber 20.000 Menschen gleichzeitig, dann kann dadurch auch große Unsicherheit auf dem Platz entstehen. Von dem Gemecker kann ich meine Bezugsgruppe auch nicht ausnehmen. „Wir meckern ja nur, wenn es wirklich angebracht ist!“, wird als Begründung hervorgebracht. Ich kann mir vorstellen, dass jede/r im Stadion dieser Meinung ist. Man kann nach einem Fehlpass enttäuscht sein, selbstverständlich. Man kann da auch mal raunen, keine Frage. Aber man sollte sich selbst mal die Frage stellen, ob Unterstützung in Form von „Nächstes Mal klappt es, auf gehts!“ oder „VERDAMMTE KACKE! SPIEL DEN BALL! BEWEG DEINEN ARSCH!“ bei einem selbst hilfreicher ist?!

Wie auch immer. In der ersten Halbzeit und in großen Teilen der zweiten Halbzeit ist Kiel klar die bessere Mannschaft. Geschenkt. Zwei mögliche Vorab-Wetten: Duksch trifft und kein Stürmertor von uns. Auch geschenkt. Denn wir hatten das nötige Glück. Aus den ersten 3 von 4 Spielen gegen vermeintliche Topmannschaften haben wir nun 7 Punkte geholt. So richtig können wir aber nicht sagen, warum. Ist mir auch ehrlich gesagt scheißegal.

„Har-har-har!“ dröhnte das flippa mit dem Serienkiller-Grinsen.

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Auch an den Tasten:
Stefan Groenveld: Welcome to the Storchenbraterei…
BeebleBlox: Brat mir einer ´nen Storch
Admit nothing: Störche? Kiel holen!


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