#senfdazu51

FC St. Pauli – Eintracht Braunschweig 0:0

Regen kannste meinetwegen an solchen Tagen echt abschaffen. Auch wenn er so perfekt die aktuelle Stimmungslage einrahmt, erstickt flüssig Sonnenschein häufig auch jede Form von anbahnender Fröhlichkeit. Kann sich an Heimspieltagen genauso gern verpissen, wie das rechte Pack an Montagen.

Bei bestem Wetter um, von der dramatisch säuselden Stimme von Steven Morrissey begleitet, den kompletten Tag auf die Couch aufzupassen und den kleinen Kater von Freitagabend etwas Futter zu geben, ist es der Übersteiger, der mich frühzeitig aus dem Haus schickt. Wie für einen schwanzwedelnden Hund der raus möchte/muss, quälte ich mich viel zu früh aus dem Bett und in Richtung Fanladen. Trotz besagten Kackwetter war bereits erstaunlich viel los ums Stadion. Hätte ich gekonnt, ich wäre erst pünktlich zum Anpfiff gekommen. Tatsächlich sollte ich jedoch nicht mal das schaffen.


Symbolfoto

An dieser Stelle erstmal vielen Dank an die vielen bekannten Menschen, die mich, während ich im seitlichen Sprühregen stand, ausgelacht/aufgemuntert haben. Ein schöner Vorteil, wenn man Übersteiger verkauft; nahezu jedes bekannte Gesicht kommt im Verlauf der zwei Stunden vor Anpfiff an einem vorbei. Fast jedes. Auf ein Gesicht wartete ich mit Ticket immerhin noch 15 Minuten nach Spielbeginn vor dem Stadion. Mit dem Auto zum Spiel – das hat man davon.

Nicht, dass wir was verpasst hätten. Die Kombination von Tabellenstand, Talent und Platzverhältnissen schuf dann im Ergebnis einen Kuh-Acker-Kick bei dem die Großchancen ausschließlich auf Fehlern des Gegners beruhten. Fehlte nur noch, dass der unangeleinte Hund des Platzwartes oder ein unbedarftes Kleinkind den Platz betritt und für eine Unterbrechung sorgt, und ich hätte geschworen, dass das hier Mannschaften aus der Kreisklasse B2 sind. Braunschweig traf in Halbzeit 2 zweimal den Pfosten, wir hatten einen kurzen Moment des Torjubels, bevor die Fahne des Assistenten angstvoll erspäht wurde und Allagui köpfte aus 30 Zentimetern neben das Tor. Das war das Spiel in Kurzfassung.

Kein Wunder also dass die Nice Guys bereits während des Spiels abschweiften und über die Live-Schlachtung, welche später am Tag (15.30 Uhr) in München von statten gehen würde, diskutierten. 6:0, 5:0, 9:2, 3:1, 8:0, 5:0, 8:0, 6:0. Die letzten acht Spiele des FC Bayern gegen den Gast aus Hamburg, gleichen den Ergebnissen meiner Mannschaft im Bundesliga-Manager´97. Und zwar nachdem ich alle Cheats genutzt habe. Schämen sollten sich allerdings nicht die Spieler des HSV (denen ist sowieso nichts mehr peinlich!), sondern die der Bayern, die am 14. Dezember 2013 nicht über ein 3:1 hinaus kamen. Ein Wunder, dass ihr nicht aus der Stadt gejagt wurdet! Ihr merkt, ich ergötze mich an dem Leid des Nachbarn – so langweilig wie schwach ist die Saison von uns.

Auf dem Heimweg stieß ich dann noch auf den Diffidati-Marsch im Viertel, welcher von viel Polizei begleitet wurde. Als ich kurz mitgegangen bin, ist alles ruhig geblieben. An anderer Stelle wird von Pfeffer berichtet. Macht den ganzen Tag leider nicht besser..

Nice Guys Sankt Pauli //flippa


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