#senfdazu12

FC St. Pauli – Karlsruher SC 1:2

Ja, Freunde! Das war eigentlich ziemlich ärgerlich. Für mich war das gestern ein Spiel, das man allein aufgrund der Rahmenbedingungen gefühlt schon gewonnen hatte. Das letzte Heimspiel vor Weihnachten auf einem Freitagabend im Flutlicht. Die Hells Bells werden mit Wunderkerzen empfangen und während des Spiels ziehen Pilsdeckchen im Wind über den feuchten, glänzenden Rasen. Die Nice Guys sind mehr als vollzählig vertreten und das Bier schmeckt ganz stark nach einem denkwürdigen Abend. Die Plätze sind so perfekt schlecht, dass man sichtmäßig an die alte Gegengerade zurückdenkt. Nehrig hat grad nach Alexander-Ludwig-Art (fast) allen Stadionbesuchern den Abend versüßt. „Weißte noch damals das 3:2 gegen Münster? -Jaw! Das war so´n ähnlicher Abend. Geil war das, Alter!“ *schmachtend ab* Hach, mir als Romantiker wurde ganz warm ums Herz.

Ganz vielleicht war es dann gestern doch nicht so wie am Freitag, den 29.10.2004, beim Spiel gegen Münster. Anpfiff war übrigens um 19.30 (es war wenig schön in der Regionalliga, aber einiges ging ganz gut). Wir sind auch nicht in Führung gegangen damals. Bounoua machte aber das 3:2 und schickte uns grinsend nach Hause. Aber fangen wir mit gestern nochmal von vorne an:

Frühzeitiges Treffen am Fanladen. Kurz noch ein Glühweindate mit der Fanladenconnection klargemacht (Montag, falls Du es mittlerweile vergessen hast..) und dann Wunderkerzen (Hooligans! Hooligans!) aufgeteilt. Beim Aufwärmen keinen Sobota endeckt. Erster Rückschlag, aber alles drin; so die einstimmige Meinung. Mit „KSC olé olé“ kommen dann Kindheitserinnerungen hoch. Schließlich konnten mein Bruder und ich (hatten natürlich die ran-CD) alle, wirklich alle, Hymnen der Bundesligisten von 1995/96 auswendig. Einschließlich „1 zu 0 St. Pauli vor…“. Sowas bleibt hängen. Und verfolgt einen sein ganzes Leben. Schlimm.

Wir fangen tiefstehend an. Liegt uns auch am besten. Der KSC macht das Spiel. Noch während ich meinem Nebenmann erzähle, dass es diese Saison fahrlässig ist gegen St. Pauli das Spiel zu machen, weil wir dann unser starkes Umschaltspiel nutzen können, kommen unsere ersten Chancen. Man merkt das was drin ist und das Stadion geht gut mit. Das 1:0 ist meiner Meinung nach die logische Konsequenz und hochverdient. Nicht mal der Ausgleich änderte was an dem perfekten Abend. Ich hatte als alter Profi nämlich einen 3:1-Wettschein in der Tasche. Ha!

Die zweite Halbzeit geht auch gut los. „Last Christmas“ in der Halbzeit habe ich mit einem Schmunzeln quittiert. Schließlich ist der Pausen-DJ bekannt und das kann nur als Scherz gemeint gewesen. Wenn es das nicht war oder ich irgendetwas verpasst habe, dann Schande auf mein Haupt. Los Fastidios hat sich mittlerweile auch eingebürgert; finde ich gut. Nun war da ja noch die 2. Halbzeit. Chancen hatten wir genug in Führung zu gehen. War für mich nur eine Frage der Zeit. Der Knackpunkt ist dann so eine Pfostenaktion von Thy. Das Ding ist im Zusammenhang mit den anderen Chancen aus der Kategorie „Wenn der nicht reingeht, dann machste heute gar keinen mehr..“. Das Stochertor von Karlsruhe ist dann aber trotzdem einfach nur scheiße. Achja und da war ja noch dieser Pfiff zum Freistoß. Passend dazu hört man dann nach dem Spiel noch von einer Abseitsstellung. Ach komm, leck mich doch! Danach war dann auch bei unseren Jungs die Luft raus. Ziemlich unnötig diese Niederlage.

Es war ein langes Jahr für alle. Im April sah es noch sehr düster aus. Jaja, blabla. Tausendmal durchgekaut. Sollte nur eine Einleitung sein zu: Ich bin sehr zufrieden mit der Hinrunde. Daran ändert auch die Niederlage gestern nichts. Sowas verliert man halt mal. Pech. Der Abend wurde dann für mich noch ziemlich lang und führte nachts zu einer weiteren Liebeserklärung:

Seien wir doch mal ehrlich; St. Pauli Du geiles Ding! Würde es geh´n würde ich Dich………umarmen!!!

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

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