Beiträge von flippa

#senfdazu37

FC St. Pauli – 1. FC Heidenheim 3:0

Auch in Liga zwei ändern sich manche Dinge nie. Spätestens ab Spieltag 26 realisiert eine große Gruppe von Mannschaften im tristen und grauen Mittelfeld der Liga, dass diese Saison nicht mehr als eben diese große Langeweile der Tabelle drin sein wird. Wirklich spannend ist es ab diesem Zeitpunkt der Saison nur noch für die 4-5 Truppen mit realistischen Aufstiegschancen und die 6-7 mit ganz anderen Sorgen. Und genau diese von Abstiegspanik Getriebenen, fangen jedes Jahr zu dieser Zeit auf einmal an, wie verrückt Punkte zu sammeln. Das führt mitunter zu ungläubigen Kopfschütteln wenn man sich die Ergebnisse der direkten Konkurrenten vom Wochenende anschaut. Da ist der eigene Sieg dann auf einmal kaum noch was Wert. Dass wir momentan nicht nur fehlerfrei, sondern gegen Ende der Saison größtenteils gegen diese völlig willenlosen Truppen aus dem Mittelfeld spielen, ist ein klarer Vorteil. Zwar kann der Gegner tausend mal beschwören, sich immer noch voll reinzuhängen, aber wenn Buchtmann Dir nach 30 gespielten Sekunden deutlich macht, dass es wehtun könnte, wenn man den Ball nicht freiwillig den braun-weißen gibt – dann wird schnell abgewogen, ob es das noch wert ist. Der perfekte Gegner also. Na dann; Hallo graues Mittelfeld! Hallo 1. FC Heidenheim!


timbo kann zählen!

Die Heidenheimer wählten an diesem Abend die Verwirrungstaktik in Form von Trikots, die mit dem Ordnungsdienst des Stadions verwechselt werden mussten. Aber das war auch so ziemlich das Einzige, was mich in Halbzeit aufheitern konnte. Spätestens nach Einsetzen des Starkregens „rutschte“ (*hüstel*) das Niveau in den Keller. An eine echte Chance kann ich mich nicht erinnern. Halbzeit 2 beglückte uns dann recht früh mit zwei Toren, die von den gegnerischen Fans echte Tiefschläge gewesen sein müssen. Aber mal ehrlich: wie oft haben wir schon Witze darüber gemacht, dass ehemalige Stürmer hier am Millerntor knipsen? Fand ich ganz nett, dass Verhoek da nicht die Ausnahme sein wollte. Danke, John! Mit dem 1-0 war das Spiel schon gelaufen. Erleichterung breitete sich im gesamten Stadion aus. Ein gern willkommener Gast am Millerntor.

Mit dem Besuch der Ostwürttemberger schließt sich für uns ein kleiner Kreis. Seit der Auswärtsniederlage am 14. Spieltag in Heidenheim lautet unsere Bilanz: 9 Siege, 5 Unentschieden und 3 Niederlagen. Bei lediglich 9 Gegentoren in 17 Spielen! Eine Wahnsinnsbilanz. Die sich noch viel besser anfühlt, weil eben nicht der Standardmechanismus des Profigeschäfts befolgt und am Trainer festgehalten wurde. Das klingt alles ein wenig nach der Rückrunde aus der Saison 2014/2015: Abwehr stabilisieren, kaum noch Gegentore fangen und am Ende der Saison ne richtig gute Serie hinlegen. Da wir zudem noch gegen Bochum und Fürth spielen, habe ich viel Hoffnung für den Klassenerhalt. Schließlich fallen die beiden Mannschaften ebenfalls in die Kategorie aus Absatz 1.

Nach dem Spiel ging es dann zur Demo, welche gemütlich unspektakulär verlief und trotz miesem Wetter sehr gut besucht war. Schön! Danach wollten wir dann noch „kurz“ in den Zoo. Die Kopfschmerzen für heute nahm ich lachend in kauf und vollzog komische Tanzbewegungen zu gutbekannten 2-tone-Hits. Selig und erleichtert ging es nach Hause. Besser kann ein langes Wochenende einfach nicht starten..

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Weitere Berichte:
Grenzenlos Sankt Pauli – Erst kam der Regen, dann die Bierdusche
Stefan Groenveld – Nach Regen kommt Sonnenschein
Beebleblox – Drin? Das ist ja einfach!
Admit nothing – Uhus töten in der Nacht

#senfdazu36

FC St. Pauli – SV Sandhausen 0:0

Anstoßzeiten sind ein Arschloch! Um 17:56 springe ich verschwitzt vom Fahrrad, werfe es achtlos an den Zaun und eile in Richtung Stadion. Ach nee.. abschließen wäre ne gute Idee. Also nochmal zurück und sichtlich genervt, in einer unangenehmen (ballettähnlichen) Position, das oben in den Zaun gehängte Fahrrad anschließen. Doch da! Die im Menge Stadion macht sich bemerkbar! War das ne Torchance? Elfmeter? Ich muss da jetzt sofort rein.

Im Stadion direkt auf einen anderen völlig verspäteten Nice Guy getroffen. Gewitzt wie wir sind, haben wir uns entschieden mal in Richtung Nord zu stehen. Schließlich spielen wir in der zweiten Hälfte auf das Tor. Gerade noch die letzten Minuten der ersten Hälfte mitbekommen. Puh, erstmal runterkommen und schauen, was hier los ist. Wir spielen gegen 10 Mann. Gegen Sandhausen. Seit der 11. Minute. Ohoh…

Jede*r mit Fußballerfahrung weiß, wie schwer es ist, wenn man nur noch 10 Gegenspieler vor sich hat, die nur darauf aus sind, kein Gegentor zu fangen und mit destruktiver Spielweise alles kaputt machen. Mit jeder verstrichenen Minute wächst die Anspannung und der Frust. Dass Sandhausen mit Platz 9 in der Liga nicht zur Gruppe der Gurkenblinden gehört, ist sicherlich auch nicht förderlich. Ein schwieriges Unterfangen also.


Hier drüben scheint ja sogar die Sonne!

Leider sahen das viele Zuschauer auf der Gegengerade nicht so. Meine Güte, was wurde da gemotzt. Flippa im ungewohnten Habitat, fühlte sich gar nicht so richtig Wohl zwischen der ganzen Scheiße die da hervorgebracht wurde.

Der Druck nach vorn war da. Richtig gute Gelegenheiten fehlten leider. Von der rechten Seite (Sahin+Dudziak, später Kalla+Sahin) ging viel Gefahr aus. Die Vielzahl an Flanken fand nur leider keine(n) Abnehmer. Eine Großchance von Nehrig kann auf der Linie geklärt werden, aber ansonsten standen die Baden-Württemberger sicher. Mit verrinnender Zeit schlichen sich dann auch ärgerliche Fehler ein, aber auch das ist normal – schließlich ist Platz 16 kein Siegel für überragende Qualität und die Kraft lässt nach 60-70 Minuten Powerplay auch nach.

Der Dreier wäre wichtig gewesen. Der Auftritt, in Kombination mit dem in Aue, entmutigt etwas, aber die Truppe findet sich bestimmt wieder. Punkte müssen ran! Freitag steht man allerdings vor einer gigantisch schweren Aufgabe; in Nürnberg gibt es selten was für uns zu holen. Erst zwei Mal konnte dort gewonnen werden. Kurzes Quiz für alle: Wann gewannen wir dort das letzte Mal? Habt Ihr die Antwort, habt Ihr ein Lächeln im Gesicht!

Zeit für einen Auswärtsdreier! Forza!

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

#senfdazu34

FC St. Pauli – 1. FC Union Berlin 1:2

Jo. Zwar war nicht zu erahnen wie, aber das Union bei uns einen Dreier holt, hielt ich für sehr wahrscheinlich. Die hatten nämlich schon vor dem Auftritt gestern vier Siege in Folge im Gepäck. Wir sollten uns mit der Bilanz der letzte Spiele ebenfalls nicht verstecken, aber die Berliner sind zurecht irgendwo da oben unterwegs und wir irgendwo da unten. Ansonsten war das gestern eine gemütliche Freitagabend-Stimmung – bisschen Rauch, bisschen Spannung, bisschen Bier.

Weit vor dem Anpfiff überkommt es mich. Gegen 13 Uhr im Büro am Kopierer stehend, blubbern die Endorphine über, sodass ich mich schütteln muss. Ich erinnere mich an die Vorfreude als kleiner Junge, wenn zeitnah der Besuch im Stadion anstand. Diese positive Aufregung! Die Vorstellung, dass in wenigen Stunden das satte Grün und das strahlende Flutlicht in meinen Augen glänzen, lässt mich nicht mehr los. An Arbeit war dann kaum noch zu denken. Sogar bei den Buchmachern lagen wir vorn. Da musste doch was dran sein! Nicht ahnend, dass wir heute noch zweimal in die Showkiste mit der Aufschrift „Kacktor“ greifen, durchzuckte mich Euphorie für den Rest des Tages.

Die ersten 15 Minuten hätten meinetwegen auch im Rauch der Süd bleiben können. Zwar war das Spiel schnell, aber wirklich hochklassig wirkte das auf dem Rasen nicht. Wenn ich mich mehr mit Taktiken beschäftigen würde, dann könnte ich das jetzt bestimmt weniger platt abtippen und die folgende Aussage – wir rannten sehr viel hinterher – mit den passenden Hintergründen belegen. Will ich aber nicht, soll timbo machen. Union war einfach in den meisten Bereichen überlegen. So ist zwar das Tor verhinderbar (Polter schlägt mit seiner vernichtenden Bauernhaftigkeit zu), aber eine Pausenführung durchaus verdient. Möller Daehli ist als einziger Spieler zu nennen, der den Unionern Probleme bereitete. Ansonsten war da einfach nicht viel drin.

Halbzeit zwei versetzt einen direkt nach Anpfiff mit der Droge Hoffnung in einen kurzen Rausch (nachdem Dudziak frei durch ist und verzieht), bevor sich der Killer des Abends in Form von Kacktor Nummer zwei präsentiert. Es gibt einfach Spiele, in denen man sich sowas einfängt. Mangelnde Leidenschaft und Kampfgeist brauchen wir uns dann nicht vorwerfen lassen. Es wirkte auf mich letztlich leider nie so, dass noch was drin ist. Trotzdem hätte ich nichts gegen die Bierdusche nach einem Treffer von Thy in der Nachspielzeit gehabt.

Bier. Was für eine schöne Überleitung. Dafür, dass timbo in #senfdazu32 das Fehlen heiterer Suffgeschichten bemängelte, hat er sechs Stunden nach Abpfiff einen 30.Geburtstag mit ziemlich lustiger Schlagseite in Richtung Altona verlassen. Die gesamte Nice Guys Truppe aus dem Stadion sammelte sich nach dem Spiel, um eben diesen Geburtstag zu besuchen. Die schlechte Musikauswahl wurde mit gnadenloser Tanzwut ignoriert. Scheinbar aufgrund von zu viel getrunkener Limonade angetüddelt, habe ich Luftballons und Blumen des Geburtstagskindes für den Heimweg entwendet. Zumindest strahlten die mich grad mit vernichtender Gleichgültigkeit (wie es nur Gegenstände können), vom Küchentisch aus, an. Warum mein Bio-Rythmus mich nach so einer Nacht schon um diese Uhrzeit aus dem Bett holt, wird sich mir auch nie erschließen.

Nächsten Samstag empfangen wir mit Hannover noch so ein starkes Team wie das aus Berlin. Auch gegen die kann man Zuhause verlieren. Glücklicherweise haben wir schon ein paar Punkte gesammelt in der Rückrunde. Mit Blick auf das Spiel in Aue wären weitere Punkte aber gar nicht schlecht, um dort nicht den Druck eines Pflichtdreiers zu haben. Wobei, den haben wir sowieso. Ich denke, mit der Kombination aus Daehli, Sahin, Sobota und Bouhaddouz, ist so ein Dreier gegen jeden kommenden Gegner drin. Gegen den kleinen hsv gewinnen, nachdem sich zu Martin Kind mit Horst Heldt ein weiterer großer Sympath der deutschen Fußballprominenz gesellt hat, wäre einfach zu schön. Jetzt geht die Euphorie schon wieder los…

Bis dahin koche ich mal einen Kaffee und bringe das Geschenk zurück.

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Weitere Texte:
Stefan Groenveld-Blog: Zu stark
SouthEndScum: Heads up!
BeebleBlox: Ausgerutscht
Übersteiger-Blog: 24.Spieltag (H) – 1.FC Union Berlin

#senfdazu31 #drumherum7

„Die beißen nicht, die hau´n uns nur auf die Fresse!“

Celtic Glasgow – Heart of Mitlothian 4:0

FC St. Pauli – VfB Stuttgart 0:1

Nun war es also endlich soweit. Nachdem eine fette Lungenentzündung letztes Jahr einen Trip nach Paradise verhinderte, standen einige Nice Guys in körperlicher Bestform am Freitag früh, wohlwissend, dass eine ähnliche Verfassung am Montag beim Rückflug unmöglich sein würde, am Hamburger Flughafen. Nur mit Handgepäck (3 paar Socken, 3 Boxer und Ibuprofen) bewaffnet, ging es über Edinburgh nach Glasgow, dem Nabel der Welt. Die Terminierung des Spielplans ist in Schottland scheinbar eine ähnliche Wissenschaft wie hier bei uns, weswegen der Rückflug bereits von Sonntag auf Montag umgebucht werden musste. Ich nehme es vorweg – am Sonntag wäre ein Flug für uns eine Tortur gewesen, wie für einen Darmkranken in einem stickigen Bus auf unbefestigten Straßen. Wärmstens wurden wir von der Glasgower Nice Guys-Fraktion vor Ort empfangen und nach kurzem einchecken in das neue Zuhause, schnell noch mit dem notwendigen Wissen zur nächtlichen Heimreise ausgestattet. Sogar eine kleine Sight-Seeing Tour zum Loch Lomond und nach Ibrox („fecking hunnery“) war noch drin.

Was macht man nun an einem Freitag? Richtig! Sahnige Pints Guinness vom Faß im McChuills, gefolgt von Fish and Chips in einem Imbiss, in dem das Inventar seit den 70ern weder gewechselt noch geputzt wurde. Die anschließende Wahl eines Pubs wurde aufgrund eines sichtlich angeknockten zahnlosen Schotten, welcher grad die Fronttür entglaste (welcome to Glasgow), nochmal überdacht und schließlich landeten wir im MacGregors. Könnte natürlich auch das McSonstwas gewesen sein, schließlich hielt dieser Laden alles für uns bereit, was man sich von dieser Stadt erhofft hatte. Beseelt von Livemusik mit Queerflöten und Geigen, zog es uns, mittlerweile stockbesoffen, wieder zurück ins McChuills. Mit Ach und Krach erreichten wir nach weiteren Pints die Bahn. Direkt neben unser Unterkunft für das Wochenende, zog uns die örtliche Lokalität „The laughing fox“ magisch an. Mit Aufreißen der Tür, endeten die Klänge der Karaoke-Nacht abrupt mit einer Bemusterung der Eindringlinge durch alle Augenpaare im Pub. Zärtlich wie immer, stieß mich timbo („Die beißen nicht, die hau´n uns nur auf die Fresse!“) in Richtung letztes Bier.

Tag 2 begann entsprechend schädelig. Nachdem bei einer Runde Celtic-Monopoly festgestellt wurde, dass alle Nice Guys kapitalistische Dreckschweine sind, traf auch endlich der Hausbesitzer Scott ein – nicht minder gezeichnet von voriger Nacht (Dropkick Murphys in London). Aber keine Zeit für Wehleiden, schließlich stand an dem Abend noch der einjährige Geburtstag von Glasgow St. Pauli an. Nach einer Runde Pool in Balloch also wieder rein nach Glasgow. Schneller Zwischenstopp (=zwei Bier) bei der Party und dann verzogen wir uns kurzfristig zum King Blues Konzert. Leider verpassten wir dadurch The Wakes, aber denen läuft man ja glücklicherweise häufiger über den Weg. Kaum zurück auf der Party war die Karaoke-Maschine auch schon angeschmissen. Schemenhaft erinnere ich mich daran, meine Singstimme und die Ohren aller Anwesenden aufs Äußerste mit „Don´t stop me now“ von Queen strapaziert zu haben. Wenn ich jedoch an Foreigner von timbo denke („eeii nooo ju kän schooo miieee!“) steigen sofort wieder Tränen in die Augen. Seinetwegen (bzw. wegen seiner St. Pauli-Mütze) wären wir dann auch fast nicht in den nächsten Laden gekommen. Hier herrscht eben doch etwas mehr Rivalität, als das gehässige Lästern hier in Hamburg. Nach Ansage vom Türsteher; no colours und rein in den Laden. Auf der Taxifahrt machten Jacek und ich dann den Wackel-Dackel, während timbo so tat, als könnte er dem Gespräch zweier Schotten folgen.

Sonntag half dann nur schottisches Frühstück inklusive IRN BRU („Breakfast for Champions“) um wieder am Leben teilzunehmen. Hätten wir timbo nicht erzählt, was black pudding ist, dann hätte er es vielleicht sogar ohne würgen probieren können, aber naja. Mit dem Bus ging es ab nach Parkhead. Ich hatte noch mit den Nebenwirkungen vom ersten Pint des Sonntags zu kämpfen, während Gary Og in unfassbarer Lautstärke mit Irish Rebel den Kopfschmerzen auf die Beine half (herrlich, einfach nur herrlich!). Und dann waren wir da. Celtic Park – Paradise! Wir wurden nicht enttäuscht. Während ich bei meiner letzten Tour ein zähes 0-0 bestaunen durfte, wurden die Hearts mit 4-0 abgestraft; inklusive ausgiebiger Schmähgesänge („Oh the wee-huns are shite!“). Celtic hat mittlerweile 22 Punkte Vorsprung auf Platz 2 und benötigte ohne Rogic, Dembelé und Griffiths (also sogar ohne echten Stürmer) nur die halbe Kraft, um dem Tabellenvierten 4 Dinger einzuschenken. Unfassbare Dominanz. Wer denkt, dass das zu Langeweile führt und der Stimmung einen Abbruch tut, der sieht sich getäuscht – die 90 Minuten ließen uns grinsend und vollgepackt mit Gänsehautmomenten aus dem Stadion wanken.

Euphorisiert fuhren wir zu den lieben Menschen von Glasgow St. Pauli und schauten, ohne das Ergebnis zu kennen, das Spiel gegen Stuttgart. Alles war möglich. Wir malten uns sogar nen Dreier aus. Die Realität schlug uns ziemlich in die Fresse. Wenigstens schmeckte das Guinness. Den Abend beendeten wir dann beim Inder. Endlich mal einigermaßen gesundes Essen… Pah! Die durch Schärfe hervorgerufenen Kreislaufprobleme und Schweißperlen wurden mit Bier bekämpft. Gesund war es nicht, aber geil!

Wortkarg und abgekämpft ging es am Montag nach Hause. Glasgow, Du alte Sau! Schön wars!

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Andere Berichte vom Wochenende:

Stefan Groenveld-Blog: Keine Punkte gegen Stuttgart
Beebleblox: Auf Augenhöhe ist nicht hoch genug
Übersteiger-Blog: 18.Spieltag (H): VfB Stuttgart
Grenzenlos Sankt Pauli: Hold your head up high!
SouthEndScum: Pfff…Yeh right!
Magischer FC: Das Drehbuch hat seine Schwächen

#senfdazu30

FC St. Pauli – VfL Bochum 1:1

Überpünktlich und voller Tatendrang treffe ich mit timbo am Stadion ein. Auf dem Weg dahin wärmten wir die alte Kamelle des Klassenerhalts 2014/15 auf. Damals, jaaa damals, war im letzten Spiel des Jahres (2014) der Aalener Verein für Rasenspiele zu Gast und leidenschaftlich motivierte (Marke „Schaum vorm Mund“) Braun-Weisse zeigten sich, wie das damalige Wetter, wenig gastfreundlich und gewannen recht humorlos 3-1. Damit waren wir nach 19 Spielen bei 13 Punkten und hatten so etwas wie den Anschluss geschafft. Diese Punktzahl hätte mit einem Dreier heute bereits nach 17 Spielen erreicht werden können (wuhu!). Aber seien wir mal ehrlich; Scheiße bleibt scheiße, auch wenn Du sie grün anmalst!

Kurz noch kistenweise Übersteiger aus dem Fanladen geholt und dann war Ablenkung durch Verkauf angesagt. Mein Platz war die perfekte Mischung aus im Weg stehen und Nadelöhr, sodass der unerwartet frühzeitige Ausverkauf unausweichlich kam. Wo war nun timbo? Der hatte doch bestimmt noch Hefte. Schließlich wollte der irgendwo an die Budapester vorm Eingang zur Haupt. Da wird man die doch nie los! Trotzdem hin da..

Und tatsächlich; einsam und wacker den Arm mit Heften in die Höhe gestreckt, stand er da. Dachte das alte Gemüsegesicht doch tatsächlich, er könnte präsenilen Haupttribünengängern den Übersteiger aufschwatzen. Verzweifelt, aufgrund der schieren Unmöglichkeit den großen Haufen an hochwertiger Printware zu verscherbeln, schaute er mich an. Kleinlaut gestand er, dass sein größter Erfolg des Tages ein Verkauf von Übersteigern an betrunkene Bochumer war. Jungejunge, das war hier ja noch armseliger, als ich dachte! Man, hatte der ein Glück, dass er mir über den Weg gelaufen ist. Naaa guut; zaubert der flippa halt mal alles aus seinem Schmuckkästchen der unnützen Fähigkeiten; bringt in Rekordzeit Hefte an den Mann und strahlt dabei gewohnt Charisma und Narzissmus aus.

Kaum waren die restlichen Dinger weg, suchte timbo schon eine Quelle für Nachschub. Potzblitz, der war ja nun gar nicht mehr zu stoppen! Eigentlich sah ich mich zu dieser Zeit schon im Stadion eine Limo schlürfen. Stattdessen wurde noch ein Paket organisiert und weiter das Klimpergeld eingesammelt. Selbst deutliche Kritik prallte an diesem nun fleischgewordenen Alles-muss-raus-Sale ab.

f: „War ja ne klasse Idee sich hier nochmal hinzustellen.“
t: „…“
f: „Hör ma, Digger! In zehn Minuten is Anpfiff und wir stehen hier immer noch rum und verkaufen.“
(Mit vernichtender Gleichgültigkeit trifft mich sein Blick)
f: (flehend)“Aber nicht noch mehr Hefte, ok?“

Unfassbarerweise konnten wir noch vor den Hells Bells das durchweichte Grün bewundern. Der kleine flippa hat davor sogar noch seine Limo bekommen. Die Stehplätze lassen sich wie folgt beschreiben: Erstmal schräg reinquetschen – später ruckelt sich das schon zurecht. Alles angerichtet also.

Wie immer in dieser Saison starten wir gut. Das liegt vor allem daran, dass die Einsatzbereitschaft wahnsinnig hoch ist. Was man von unserem Glück nicht behaupten kann. Sonst würde die schlitzohrige Hacke von Bouhaddouz nach drei Minuten im Tor landen und nicht an der Latte. Noch ein Beispiel? Die furchtbare Verletzung von Buballa. Da wird es dann mit einmal totenstill im Stadion. Sieht man dann, wie ein Bochumer und der Schiedsrichter sofort anfangen erste Hilfe zu leisten, wird einem ganz schön mulmig. Man kann nur hoffen, dass Buballa das alles gut übersteht und wir Ihn gegen Stuttgart wieder auf dem Platz sehen. Die Mannschaft stand danach, so wie große Teile des Stadions, merklich unter Schock. War ja klar, dass dann das Gegentor fällt.

Mit der roten Karte wird der Schock dann durchbrochen. Auch ich möchte Perthel bei dem Foul keine Absicht vorwerfen, jedoch extrem fahrlässige Unbeholfenheit. Rot geht völlig in Ordnung. Danach erzeugen wir dann mächtig Druck, aber leider will das wichtige Tor gegen unsortierte Bochumer nicht fallen. In Halbzeit zwei sind die Bochumer dann besser sortiert und trotz der Umstellung auf zwei Spitzen mit Empen & Bouhaddouz, fällt es immer schwerer mal den Abschluss zu finden. Was hilft in so einem Moment? Ein nervöser Nice Guy neben mir forderte einen Treffer der Rubrik „irgend so ein Fuck-Tor“. Und siehe da; Riemann segelt unter einer Flanke durch und Bouhaddouz steht genau richtig. Meinetwegen ab sofort in jedem Spiel dreimal so.

Das war es dann leider aber auch. Zwar rennen wir nochmal an, aber sofern nicht geschickt rechtzeitig gefoult wird, haben die Blau-Weissen immer ein Bein im Weg. Grummelnd nehmen wir den einen Punkt mit und damit ist die Hinrunde endlich durch.

Das Grauen hat damit hoffentlich Ende. Spiele gegen Würzburg, Sandhausen und Düsseldorf kann ich dank Instant-Amnesie (besondere Fähigkeit von Fußballfans) gar nicht mehr erinnern. Ich sehe auch nicht, was genau ein anderer Trainer bringen sollte (liegt vielleicht an der Amnesie). Ewald ist der richtige Mann. Warum? Weil wir das verdammt nochmal packen! Forza!

Nice Guys Sankt Pauli //flippa