#senfdazu

#senfdazu41

FC St. Pauli – 1. FC Heidenheim 1:0

Reichlich spät setze ich mich ans Werk. Woran es lag? Orsen ist 50 geworden und lud am Samstag zur Sause ein. Dementsprechend ereilten gestern Lähmungserscheinungen meinen gesamten Körper. Nun sind meine Finger aber wieder hibbelig wie eh und je und daher ab an die Tasten:

Im Schatten der anstehenden Party ging die samstägliche Nice Guys-Fraktion den Tag taktisch an, also ganz nach meinem Geschmack. Ein Bier vor, ein Bier im Stadion und dann ran an die Cola. Völlig überzuckert dann raus aus dem adrenalingeschwängerten Millerntor und dann noch ein „Fuß-Pils“ für’n Weg (ich liebe diesen Gag). Erstmal rein ins Viertel, denn Flippa wollte sich doch tatsächlich noch eine Jacke von Zuhause holen. „Für später, wenn‘s kalt wird“. Jungejunge, bist Du etwa 50 geworden, du alte Frostbeule?! Ich blieb bei Shorts und T-Shirt. Bewaffnet mit Flippa’s Rentner-„ichwillmichnichterkälten“-Equipment ging es dann ab zu Nice Guy Franz, um die 2.Halbzeit der Bundesliga-Konferenz schauen. Orsen, Profi-Fußball-Fan durch und durch lud nämlich erst um Punkt 17.15, also nach Abpfiff der Konferenz ein. Trotz höherer Zucker- als Promillewerten habe ich mir den starken Kaffee gerne reingezogen. Im Anschluss fühlten wir uns dann perfekt vorbereitet: Der aufkommende Hunger konnte auf der Party gestillt werden und das Verlangen nach Bier mit fehlender Kohlensäure stieg bei meinen Nebenleuten. Ich bin bei Bier ja eher norddeutsch: kalt, herb, viel Kohlensäure. Diese ganzen Ale’s und Getränke, die ohne Kohlensäure serviert werden, sind ja nicht so meins – da hatte ich bereits miese Erfahrungen während unseres Glasgow-Trips gemacht. Der Abend wurde dann lang und ganz so schlimm kann ich die fehlende Kohlensäure nicht gefunden haben, zumindest meldete mein Körper das am Sonntag. Der Abend wurde sogar so lang, dass ich tatsächlich nach meiner Ankunft zuhause noch kurz bei Mayweather vs. McGregor reinschauen konnte – was für eine Quatsch-Veranstaltung!

„Moment!“ sagt der gemeine Blog-Leser, „wo ist der Abschnitt zum Spiel? Das ist doch ein Blog über Spiele des FC Sankt Pauli!“. Gemach, gemach liebe Freunde des Ballsports; die vorherigen Zeilen sprudelten nur so aus meinen quick-lebendigen Fingern, die harten Zeilen folgen jetzt:
Der FCSP startet mal wieder mit dem inzwischen gewohnten 4-4-2. Dass das dieses Mal nicht sonderlich gut funktionierte, konnte jeder im Stadion in Halbzeit eins begutachten. Zwar gab es viel Ballbesitz, aber wir schafften es nicht, die Achter/Zehner in den Zwischenräumen anzuspielen. Dieses Problem ist altbekannt und trotzdem weiterhin eine unserer größten Schwächen im Spielaufbau. Dann kommt noch ein so kompaktes Team wie Heidenheim ans Millerntor. Wenn dann zusätzlich die beiden Spitzen einen mäßigen Tag erwischen und die langen Bälle konsequent halbhoch auf den Spieler N. Irgendwo gespielt werden, wird es unappetitlich. Wenn der Gegner auch noch, ähnlich hilflos, versucht mit F. Ehlpass ein Dreiecksspiel aufzuziehen, dann wird es wirklich grauenhaft. So geschehen in Halbzeit eins. Viel schlimmer, man möchte zwar meinen, dass es nicht viel schlimmer sein könnte, aber doch, das war es, finden die Nice Guys dieses Gemotze und Gejammer auf der Gegengeraden. Leute, das ist hier Zweitliga-Fußball! Nur, weil ihr im Fernsehen mal eine Ballannahme von IchspieldreiSpielermitderHackeaus gesehen habt, ist nicht zu erwarten, dass Spieler mit ähnlichen Qualitäten in der zweiten Liga auf dem Platz stehen. Und wenn der Ball zwar bereits im gegnerischen Drittel war und sich keine Räume dort ergeben haben und wir es schaffen, den Ball dann über unseren Torwart zirkulieren zu lassen, um eine neue Situation zu kreieren, dann ist das für mich eine erfolgreiche Aktion. Wesentlich erfolgreicher, als ein Ballverlust durch einen „Kann-Muss-aber-nicht“-Pass. Und dann ist Halbzeit und da wird doch tatsächlich von einigen gepfiffen! Geht woanders hin! Ihr nervt! Oder macht es anders und fangt an einen Blog zu schreiben, wie ich. Da kann man sich herrlich aufregen, ohne, dass es jemanden nervt bzw. der Leser kann selbst entscheiden, ob er dem Mecker-Monolog weiter folgen möchte. Abgesehen davon, muss aber erwähnt werden, dass die Stimmung insgesamt überraschend gut für einen Samstag-Mittag gewesen ist.

Jedenfalls wurde dann zur zweiten Halbzeit reagiert. Mit der Hereinnahme Möller Daehli an Stelle von Allagui wurde auf ein flexibles 4-1-4-1 umgestellt. Die vier offensiven Mittelfelder haben sich dabei klug zwischen den Ketten bewegt und sehr variabel ihre Positionen getauscht. Dadurch entstand ein Übergewicht 30-40 Meter vor des Gegners Tor und es konnten so sehr viel mehr Situationen kreiert werden, in denen wir zu Torchancen hätten kommen können. Ja, „hätten kommen können“, denn bis auf das Ding von Atze kurz vor Schluss, gab es nicht wirklich nennenswerte Abschlüsse. Zwar wurde unser Spiel besser, aber es fehlte der berühmte letzte Pass. Grundsätzlich zeigte sich aber, dass ein 4-1-4-1 eine gute Lösung ist, um die Bälle kontrolliert ins letzte Drittel zu bekommen. Den Verteidigern bieten sich einfach mehr flache Anspielstationen in dieser Zone. Es war ein großer Spaß in der zweiten Halbzeit die Spielfreude zu erleben. Und wenn man ehrlich ist, dann ist die Reihe mit Sobota-Sahin-MöllerDaehli-Buchtmann schon ein echtes Brett für andere Zweitligisten. Ein Glück ist diese zweite Halbzeit dann nicht nur zur Schönspielerei verkommen, sondern wurde mit einem Tor der Kategorie „Kack-Tor des Monats“ veredelt. Egal, ich habe mal gelesen, dass in einem Stadion eine Lautstärke von bis zu 124 Dezibel erzeugt werden kann. Ich vermute, dass wir letzten Samstag ganz nah dran waren an diesem Wert. Man, Siegtore in der Nachspielzeit, ihr kommt immer dann, wenn man nicht mehr daran glaubt und der Frust gerade dabei ist die Hoffnung zu besiegen! Ich liebe Euch!

Nice Guys Sankt Pauli //timbo

Gröni – In letzter Sekunde…
BeebleBlox – Ecke Ecke Ecke Tooor
Magischer FC – Prozessorientiert
SouthEndScum – Matchday 04

#senfdazu40

FC St. Pauli – SG Dynamo Dresden 2:2

Der Wind dreht ganz schön schnell am Millerntor. Aber eigentlich hat die Mannschaft selbst Schuld. Nur aufgrund der Verwöhnergebnisse der letzten Rückrunde sind die Erwartungen gestiegen. Dazu noch ein Dreier in Bochum, der (durchaus verdient) auch nur ein einzelner Punkt hätte gewesen sein können, und schon müssen die Dresdener zuhause an die Wand gespielt werden. Die sind übrigens letztes Jahr 5. geworden, obwohl aus den letzten sieben Spielen nur ein Sieg geholt wurde! Trotzdem wird im Stadion von manchen genörgelt, was das Zeug hält.

An einem Sommertag wie gestern fragt man sich, warum eigentlich die beste Jahreszeit für Fussball durch den Spielplan verschenkt wird. Ich war es zumindest ziemlich häufig leid, mich auf jämmerliche Art und Weise bei einstelliger Temperatur und Nieselregen furchtbar über schlechten Fussball aufzuregen. Den zweiten Punkt habe ich abgestellt. Wenn nun noch der Spielplan umgestellt wird, fehlt mir wenig anderes zu absoluter Glückseligkeit. In Sommerklamotte trafen sich die Nice Guys also vorm Fanladen. Nach fünf Minuten Beine in den Bauch wurde entschieden, dass dieser Aktivität auch im Stadion nachgegangen werden kann. Plätze ganz oben, direkt auf Höhe der Mittellinie – die feuchten Taktiker-Augen von timbo verrieten mir, dass der schon ein Stück näher an der Glückseligkeit dran war als ich.

Der Stresstest vieler Ohren im Stadion beim Herz von St. Pauli erweiterte meine Vorfreudeskala nochmal um zwei Stufen. Die unaufgeregten, aber klaren Statements der eigenen Fanszene zur Flora passten mir auch sehr gut. Der Handicap-Wette auf St. Pauli vom Nebenmann hätte ich zu dem Zeitpunkt gar keine Quote mehr gegeben. Dresden? Pah!
Was fehlte, war ein Großteil der Gästefans. Bei den Nice Guys wurde das von „selber Schuld“, bis „personalisierte Tickets für´n Arsch“ diskutiert.

Zum Spiel:
Natürlich ist der Sieg zum Greifen nah, wenn man Zuhause zweimal in Führung geht. Dabei darf man nicht verkennen, dass unsere Führung aus dem Nichts kommt – bis dato hatten die Sachsen 65% Ballbesitz. Über außen (sowohl links als rechts) wurden wir immer wieder überrascht. Mit einem 1:1 kommen wir gut in die Pause.

Was war besser danach? Viele Chancen wurden in Halbzeit zwei erspielt. Das lag insbesondere daran, dass das gesamte Mittelfeld nach der Halbzeit nicht länger ständig versucht war, Sami und Aziz anzuspielen. Die wurden nämlich überaus stark von der Dresdener Hintermannschaft kalt gestellt. Somit war es hauptsächlich Mats, der die Führung auf dem Fuß hatte. Völlig verdient erzielen wir diese dann einige Minuten später. Wenn eine solche Druckphase über weite Teile der Saison kompensiert werden kann, dann sind zu wenig Chancen kein Problem in diesem Jahr.
Am Ende langt es leider nicht ganz. Dresden ist sicherlich froh, einen Punkt hier mitzunehmen, aber insbesondere in Hälfte eins waren die deutlich besser.

Nach dem Spiel hoppelten wir dann wie Lemminge timbo hinterher, da „er mal gehört hätte“, dass es bei der Weinbar nach dem Spiel nett sein soll. Trifft sicherlich zu, nur ist timbo nunmal nicht grad als Trauben-, sondern eher als Gerstenliebhaber unterwegs. Also trotteten wir ihm (nach kurzem Besuch in der Weinbar) dankbar lachend, schließlich werden ab sofort auf gewisse Zeit grundsätzlich alle seine Vorschläge mit dieser Anekdote abgetan, hinterher in die entgegengesetzte Richtung zum Clubheim. Immer noch in T-Shirt und trotz 2:2 immer noch nah dran an der Glückseligkeit.

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Weitere Berichte:
Stefan Groenveld – Zwischen Aaargh und ist ok so..
Übersteiger-Blog: 2.Spieltag (H) – SG Dynamo Dresden
Magischer FC: And justice … not for all

#senfdazu39

VfL Bochum – FC St. Pauli 1:3

Mystische Rauchschwaden umgeben ihn: Der Sonderzug. Nimbus aller Auswärtsfahrten. Tickets sind rar gesät und beliebt wie Bochumer Currywürste. Wir erhielten circa 25% der angefragten Karten und ein paar weitere konnten noch nachorganisiert werden, sodass sich sechs Nice Guys überpünktlich früh morgens am Bahnhof Altona einfanden, um die Tour ins Ruhrgebiet anzutreten.

Mit dabei war der Besuch aus Schottland, welcher bereits am Samstag eintraf. Gemeinsam wurde munter Geld beim letzten Bundesliga-Spieltag verwettet und anschließend in der Weinbar am Millerntor, Glasgow und Yorkshire St. Pauli getroffen. Bereits zu diesem Zeitpunkt ahnte ich, dass ich spätestens auf der Rückfahrt aus Bochum überhaupt keinen Überblick mehr haben werde, ob meine Muttersprache nun deutsch oder englisch ist und welche der beiden ich grad anwende. Nach einem kurzen Ausflug in den Dschungel, ging es brav und rechtzeitig nach Hause.

Rückwirkend betrachtet, klingelte der Wecker am Sonntag viel zu früh, aber scheinbar plante ich am Vorabend sehr großzügig einen Zeitpuffer ein, falls etwas Unvorhergesehenes uns auf dem Weg zum Zug aufhalten sollte. Zwar ist mir immer noch nicht klar, was das hätte sein sollen, aber so hatten wir sogar noch Zeit für einen Kaffee in der Küche. In der Trikotfrage entschied ich mich für die Camouflagevariante, während der Großteil der anderen Nice Guys in unglaublich hässlichen Celtic-Trikots rumlief. Schnell wurde eine Theorie aufgestellt, wie es dazu kommen kann, dass Celtic Jahr für Jahr in der Farbpalette daneben greift: Die Deadline für den Trikotentwurf scheint den Designer (mit einem Hang zu billigen Drogen) jedes mal in der Nacht vor Abgabe zu überraschen – das Ergebnis ist einfach gruselig.

Wie dem auch sei. Gut gelaunt und mit Stullen und Bier bewaffnet, gangsterten wir also auf der Hinfahrt im Sonderzug rum. Bochum war recht schnell erreicht und empfing uns mit bestem 34. Spieltag-Wetter. Der gemeinsame Marsch zum Stadion war eher ein gemütlicher Spaziergang in der Sonne und verlief ereignislos. Wir landeten kurz vor dem Stadion auf einer Wiese, dazu ein Moritz-Fiege-Pils in der Hand. Davon hatte ich noch nie gehört und nach dem ersten Schluck… naja. Schön war allerdings, wie viele gut gelaunte Menschen sich in Richtung Gästeblock bewegten.

Im Stadion wunderte ich mich dann doch etwas, dass am Bierstand von 6 Zapfhähnen nur zwei in Betrieb genommen wurden, während die Verkäufer tatenlos zusehen mussten – aber das ist anderswo ja auch ständig so. Das trübte allerdings das Stadionerlebnis in Bochum kaum. Ein schmuckes Stadion, zudem noch mit circa 5.000 St. Pauli-Fans bestückt. Schon vor Anpfiff vibrierte der Bierbecher bei den Gesängen. Die Architektur des Stadions sorgte für eine perfekte Gästeblock-Akustik. Dies wurde gepaart mit singfreudiger Stimmung. Absolut traumhaft.

Das Spiel ist schnell abgehandelt: Wir sind über 90 Minuten klar besser und zielstrebiger. Ein Rückstand kann der Truppe in aktueller Verfassung rein gar nichts mehr anhaben. Es ist furchtbar schade, dass die Sommerpause dazwischen kommt. Lennart Thy kann auch endlich wieder knipsen und als Bochum grad ein wenig anfängt, eine Druckphase für den Ausgleich aufzubauen, macht er den Killer. Alles danach ist viel Lachen, Ausgelassenheit und Gesang. Nach dem Spiel dann noch eine (für mich) deutliche Szene, als Ewald Olaf Janßen von der Kurve feiern lässt. Zwar kann man sagen, dass er nur sich selbst mal aus dem Fokus nehmen wollte und damit gezeigt hat, dass auch Olaf einen großen Anteil an der Leistungssteigerung zur Rückrunde hat, aber für mich sah das eindeutig nach Staffelübergabe aus. Bin ich ausdrücklich mit einverstanden. Auch die Verpflichtung von Sami Allagui, sowie die gezogene Kaufoption bei Sahin, sind gute Moves. Wobei man bei Sahin davon ausgehen kann, dass dieser (jaja die antikapitalistischen St. Paulianer!) weiterverkauft wird. Zwei Millionen ist keine Summe, die zu unseren sonstigen Aktionen auf dem Transfermarkt passt.

Damit endete gestern unsere rekordbrechende Rückrunde. Ein schwieriger Start (0-1 gegen Stuttgart) und ein kleines Tief (insbesondere Aue und Sandhausen) verhinderte eine noch bessere Bilanz. Trotzdem ist es unglaublich, was hier geleistet wurde. 10-4-3 lautet das Ergebnis. Wohlgemerkt, von einem Team, dass die Hinrunde mit 2-5-10 beendet hat. Nach dem Spiel, beim Blick auf die Tabelle, wurde grinsend der Kopf geschüttelt; Platz sieben! Absoluter Wahnsinn.

Angeschwipst von der Stimmung und dem Vollbier im Stadion, traten wir die Rückreise an. Wie immer entwickelte sich in den beiden Party-Waggons ein lautes und buntes Chaos, welches einen spätestens nach zwei Songs bierbespritzt und strahlend zurücklässt. Ich bin ganz froh, dass ich das hier tippen kann und nicht reden muss, denn irgendwo zwischen Osnabrück und Minden scheine ich meine Stimme verloren zu haben. Mein persönlicher Moment des Abends kam dann mit Robert Palmer (der Ohrwurm ist übrigens gratis). Der wiederentdeckte Fangesang wurde die gesamten 3:47 (und die liedfreien Minuten danach) durchgezogen. Ein Moment für Pipi in den Augen.

Überraschend dann die Ansage, dass wir gleich schon in Hamburg sind. What?!? Wir versuchten die Tour noch künstlich durch einen Besuch im Jolly am Leben zu halten, aber es half nichts; 18 Stunden sind genug.

Danke, dass Du alle zusammenführst und uns dadurch solche Touren ermöglichst, Herzensverein! Ich verspreche, nächstes Jahr auch wieder mehr auswärts zu fahren, aber jetzt folgt erstmal die wohlverdiente Sommerpause.

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Weitere Berichte:

Magischer FC – Tief im Westen (Stelle anhand der Bilder grad fest, dass das meine Abteilkollegen und -kolleginnen waren. Vielen Dank für den Baileys zum Frühstück an dieser Stelle!) ;)
Grenzenlos Sankt Pauli – 45 Punkte, Platz 7 und grenzenlose Liebe!
admit nothing – Aufgewacht auf Platz 7

#senfdazu38

FC St. Pauli – SpVgg Greuter Fürth 1:1

Spieltag 33 „überraschte“ uns mit einem Sommerkick. Zwar wurden unter Woche in Interviews mit den Spielern noch Ziele ausgesprochen (beste Defensive, Platzierung in der Rückrundentabelle), aber eigentlich ist doch allen klar; der Jogginghosen-Modus ist angeworfen und wenn das nicht alles so strebsame Profisportler wären, dann würde unter Woche im Training „Team betrunken“ gegen „Team nüchtern“ gespielt.

An dieser Stelle erstmal eine Entschuldigung für das verspätete Runtertippen von Buchstaben. Auch bei mir schaute ein gewisser Herr S. Chlendrian vorbei und befahl, auf das Sofa aufzupassen, statt die deutsche Rechtschreibung zu malträtieren.

Bevor am Sonntag der Testspielkick begutachtet wurde, quälte der Wecker den Gehörgang schon um kurz nach 8. Zu recht! Schließlich wurde der Samstag dazu genutzt, vernünftige Rennradreifen zu erstehen und das Fahrrad umzurüsten. Nebenbei im Dritten den Aufstieg der Kieler mitbekommen und anschließend bei der Bundesliga-Konferenz dem Chaos eines 33. Spieltags gelauscht. Herrlich! Was dann früh am Sonntag auf dem Deich zum Zollenspieker Fährhaus von mir und dem Rad abgeliefert wurde, lässt sich folglich passend zusammenfassen: #blitz.

Warum ich die armen Leser mit so nem Scheiß nerve? Ist alles eine Einleitung für die Ausrede, warum ich erst heute schreibe… Wieder zuhause mit dem Drahtesel, gab es eine kurze Dusche, um anschließend zwei Stunden in der Sonne zu stehen und Übersteiger zu verkaufen. Und hier geht das Desaster los. #blitz schlug nämlich doch ganz schön auf die körperliche Verfassung und der sich anbahnende Sonnenbrand wurde beim Verkauf der Übersteiger nochmal deutlich knackiger.

Trotzdem war immer noch der 33. Spieltag, die Sonne schien herrlich entspannt, die Stimmung auf den Rängen passte dazu und alle Anspannung der letzten Wochen hatte sich gelöst. Eine ziemlich gefährliche Grundlage, um sich „versehentlich“ an einem Sonntag kräftig einen zu ballern.

Der Spieltag in Kürze zusammengefasst:


Hübscher, grüner Rauch


Geile und passend recycelte Choreo


Bier, Regen und Mannschaft am Knust

Mit dem knallroten Kopf und allgemein matschigen Auftreten, traute ich mich gestern kaum zur Arbeit. Abends auf dem Sofa war dann nichts als gequältes Stöhnen und schlafen gehen vor halb 10(!) angesagt. Keine Grundlage dafür, um im Blog irgendwas zusammenzurotzen. Trotz des selbstverschuldeten Unwohlseins; das geile Gefühl des Klassenerhalts bleibt!

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

P.S.: Die schönen Bilder wurden freundlicherweise von meiner Herzdame bereitgestellt

Viel schöner und besser geschrieben haben:
Stefan Groenveld-Blog: Sommerfußball am Millerntor
Übersteiger-Blog: 107 Jahre die einzige Möglichkeit (oder: FCSP – FÜ)
KonBon Blog: Kampf um Platz 6: FC St. Pauli gegen SpVgg Greuther Fürth
Magischer FC: Reihenhaus in der Mitte

#senfdazu37

FC St. Pauli – 1. FC Heidenheim 3:0

Auch in Liga zwei ändern sich manche Dinge nie. Spätestens ab Spieltag 26 realisiert eine große Gruppe von Mannschaften im tristen und grauen Mittelfeld der Liga, dass diese Saison nicht mehr als eben diese große Langeweile der Tabelle drin sein wird. Wirklich spannend ist es ab diesem Zeitpunkt der Saison nur noch für die 4-5 Truppen mit realistischen Aufstiegschancen und die 6-7 mit ganz anderen Sorgen. Und genau diese von Abstiegspanik Getriebenen, fangen jedes Jahr zu dieser Zeit auf einmal an, wie verrückt Punkte zu sammeln. Das führt mitunter zu ungläubigen Kopfschütteln wenn man sich die Ergebnisse der direkten Konkurrenten vom Wochenende anschaut. Da ist der eigene Sieg dann auf einmal kaum noch was Wert. Dass wir momentan nicht nur fehlerfrei, sondern gegen Ende der Saison größtenteils gegen diese völlig willenlosen Truppen aus dem Mittelfeld spielen, ist ein klarer Vorteil. Zwar kann der Gegner tausend mal beschwören, sich immer noch voll reinzuhängen, aber wenn Buchtmann Dir nach 30 gespielten Sekunden deutlich macht, dass es wehtun könnte, wenn man den Ball nicht freiwillig den braun-weißen gibt – dann wird schnell abgewogen, ob es das noch wert ist. Der perfekte Gegner also. Na dann; Hallo graues Mittelfeld! Hallo 1. FC Heidenheim!


timbo kann zählen!

Die Heidenheimer wählten an diesem Abend die Verwirrungstaktik in Form von Trikots, die mit dem Ordnungsdienst des Stadions verwechselt werden mussten. Aber das war auch so ziemlich das Einzige, was mich in Halbzeit aufheitern konnte. Spätestens nach Einsetzen des Starkregens „rutschte“ (*hüstel*) das Niveau in den Keller. An eine echte Chance kann ich mich nicht erinnern. Halbzeit 2 beglückte uns dann recht früh mit zwei Toren, die von den gegnerischen Fans echte Tiefschläge gewesen sein müssen. Aber mal ehrlich: wie oft haben wir schon Witze darüber gemacht, dass ehemalige Stürmer hier am Millerntor knipsen? Fand ich ganz nett, dass Verhoek da nicht die Ausnahme sein wollte. Danke, John! Mit dem 1-0 war das Spiel schon gelaufen. Erleichterung breitete sich im gesamten Stadion aus. Ein gern willkommener Gast am Millerntor.

Mit dem Besuch der Ostwürttemberger schließt sich für uns ein kleiner Kreis. Seit der Auswärtsniederlage am 14. Spieltag in Heidenheim lautet unsere Bilanz: 9 Siege, 5 Unentschieden und 3 Niederlagen. Bei lediglich 9 Gegentoren in 17 Spielen! Eine Wahnsinnsbilanz. Die sich noch viel besser anfühlt, weil eben nicht der Standardmechanismus des Profigeschäfts befolgt und am Trainer festgehalten wurde. Das klingt alles ein wenig nach der Rückrunde aus der Saison 2014/2015: Abwehr stabilisieren, kaum noch Gegentore fangen und am Ende der Saison ne richtig gute Serie hinlegen. Da wir zudem noch gegen Bochum und Fürth spielen, habe ich viel Hoffnung für den Klassenerhalt. Schließlich fallen die beiden Mannschaften ebenfalls in die Kategorie aus Absatz 1.

Nach dem Spiel ging es dann zur Demo, welche gemütlich unspektakulär verlief und trotz miesem Wetter sehr gut besucht war. Schön! Danach wollten wir dann noch „kurz“ in den Zoo. Die Kopfschmerzen für heute nahm ich lachend in kauf und vollzog komische Tanzbewegungen zu gutbekannten 2-tone-Hits. Selig und erleichtert ging es nach Hause. Besser kann ein langes Wochenende einfach nicht starten..

Nice Guys Sankt Pauli //flippa

Weitere Berichte:
Grenzenlos Sankt Pauli – Erst kam der Regen, dann die Bierdusche
Stefan Groenveld – Nach Regen kommt Sonnenschein
Beebleblox – Drin? Das ist ja einfach!
Admit nothing – Uhus töten in der Nacht